Mo, 18. Juni 2018

Pilotprojekt

30.09.2016 18:55

Ärzte drücken bei E-Medikation Stopptaste

Die "Steirerkrone" hatte bereits vergangene Woche enthüllt, dass das Pilotprojekt der E-Medikation nach Problemen verlängert wird (siehe Artikel hier)- jetzt folgt der Paukenschlag: Die zuletzt noch teilnehmenden Deutschlandsberger Ärzte steigen aus! Das Gesamtprojekt ist damit aber noch nicht gestorben.

Die Testphase der E-Medikation steht unter keinem guten Stern. Es handelt sich um eine Datenbank, in der sämtliche Arzneien gespeichert werden, die Ärzte einem Patienten verordnen. Damit soll Medikamentenmissbrauch und möglichen Nebenwirkungen ein Riegel vorgeschrieben werden - gerade ältere Patienten verlieren leicht den Überblick.

Im österreichweiten Testbezirk Deutschlandsberg haperte das System allerdings. Die Software sei langsam und umständlich, lautete die Kritik von einigen der (wenigen) teilnehmenden Ärzten.

"Steinzeit"-Sager sorgt für Aufregung
Nachdem der Pilotversuch bis Ende November verlängert wurde, eskalierte diese Woche die Situation: Bei einer Pressekonferenz in Wien forderte der Sozialversicherung-Hauptverband eine rasche Umsetzung der E-Medikation in Österreich, in Bezug auf die Arzt-EDV fiel das Wort "Steinzeit".

Das brachte das Fass zum Überlaufen, am Freitag kündigte die Ärztekammer den Ausstieg aus dem Test an. "Die E-Medikation funktioniert noch nicht, das unausgereifte Projekt soll zurück in die Fabrik", wetterte Präsident Herwig Lindner.

"Aktuell sind keine Fehler im System bekannt", verteidigt sich Volker Schörghofer vom Hauptverband. Das Wort Steinzeit bezog sich auch nur auf einen Arzt, der mit einem sehr alten PC arbeite: Martin Millauer, Internist in Stainz - und auch Kammer-Vizepräsident.

Einige Ärzte sehen Abbruch kritisch
Dieser bezeichnet die Vorwürfe aus Wien als "Frechheit". Die Ärzte würden im Regen stehen gelassen. Millauer gibt aber zu, dass einige seiner Kollegen den Abbruch kritisch sehen, "sie haben ja zuletzt viel Zeit, Geld und Herzblut investiert".

Das Projekt E-Medikation wird jedenfalls weitergeführt. Schörghofer glaubt, dass der Knackpunkt die Frage der Finanzierung ist und will in der Steiermark Gespräche führen. Landesrat Christopher Drexler betont, über den Gesundheitsfonds Druck für eine rasche Lösung machen zu wollen. Die Chance lebt wohl, denn auch Millauer meint, dass er das Projekt grundsätzlich weiterhin sinnvoll findet.

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