03.09.2016 18:00 |

Auf Großwildjagd

"Safari": Seidl schockt Venedig mit neuem Werk

"Ehrlichkeit und Vertrauen schaffen", sagt Ulrich Seidl, 63, sei sein "Geheimnis", um uns die oft erschreckende Realität, die jede Fiktion erblassen lässt, vor Augen zu führen. Deshalb ist es dem österreichischen Ausnahme-Regisseur, der bereits in der Vergangenheit filmisch aneckte, gelungen, Wildtierjäger und ihre Faszination an der "Mordeslust" ungeschönt für sein neuestes Werk "Safari" zu dokumentieren.

Dabei sei eines gesagt, Seidl würde niemals wollen, dass ein Tier für das cineastische Vergnügen sterben muss. Der "Krone" erzählt er: "Ich habe die Jagdurlauber einfach dabei begleitet, was sie eben nun mal tun! Ich bin aber dennoch kein dezidierter Jagdgegner. Bin aber auch kein Jagdbefürworter. Ich finde, man muss die Umstände betrachten. Mit welcher Zielsetzung wurde gejagt? Aus reiner Jagdlust? Aus Geschäftszwecken? Weil es notwendig ist? Um Tiere zu dezimieren? Alle diese Fragen sind zu stellen!" Als Beobachter geduldet, stellte er die richtigen Fragen über das florierende Geschäft mit dem Töten.

"Wenn es jemand nicht will, mache ich es nicht"
Nur, wie gewinnt man oftmals angefeindete Menschen, wie die Wildjäger, dafür, sich so zu öffnen? "Ich sagte zu ihnen ehrlich, dass ich einen Film über Jagdurlauber machen wolle. Wenn sie zu dem stehen und es mit Überzeugung tun. Dann, aber nur dann, sind sie bereit, in meinem Film mitzutun - klare Verhältnisse! Wenn es jemand nicht will, dann werde ich jemanden anderen finden. Es gibt genug Jäger."

"Safari" (ab 16. September in unseren Kinos), das schonungslose Ergebnis von Seidls vierwöchigem Namibia-Dreh, feierte am Samstag bei den Filmfestspielen in Venedig Weltpremiere. Außer Konkurrenz - eine Entscheidung der Jury, die wohl auch aus Angst vor dem Unmut der Tierschützer so gefallen ist ...

Trailer zu Ulrich Seidls "Safari":

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