Di, 21. August 2018

krone.at-Interview

12.08.2016 14:43

Schwarz & Bezzel: "Schweinskopf"-Stars im Talk

Jetzt ist schon wieder was passiert im bayrischen Lande. In "Schweinskopf al dente" müssen Dorfpolizist Franz Eberhofer ("Tatort"-Kommissar Sebastian Bezzel) und Privatdetektiv Rudi Birkenberger (Simon Schwarz) einen Serienmörder (Gregor Bloeb) jagen. Kurz vor der Österreich-Premiere der dritten Kino-Verfilmung eines Rita-Falk-Romans in Wien traf krone.at die beiden Stars zum launigen Talk.

krone.at: Nachdem der Dienststellenleiter Moratschek in seinem Bett einen Schweinskopf vorfindet, reagiert er panisch und quartiert sich bei Ihrer Figur, dem Franz Eberhofer, ein. Wie würde denn der Eberhofer reagieren, wenn eines Tages in seinem Bett ein Schweinskopf liegen würde, Herr Bezzel?
Sebastian Bezzel: Der würde sich sicher nicht beim Moratschek einquartieren. (lacht) Ich glaube, dass der Eberhofer damit cooler umgehen würde. Er würde sich schon so seine Gedanken machen und den Rudi um Hilfe bitten. Aber so panisch wie der Moratschek würde er nicht reagieren.

krone.at: Er könnte ja auch beim Rudi einziehen...
Simon Schwarz: Ich glaube, dass der Rudi gar keinen Platz hat für einen Gast. Aber er würde den Franz natürlich aufnehmen, wenn es sein muss.
Bezzel: Der Eberhofer würde maximal zur Susi gehen, um bei ihr für einige Tage unterzukommen.

krone.at: Apropos Susi: Warum ist der Franz in Sachen Liebe so ungeschickt?
Bezzel: Ich glaube, dass das teilweise total falsch interpretiert wird. Vieles ist vom Eberhofer ganz bewusst geführt. Man denke nur an die Szene in "Dampfnudelblues" (erster Kinofilm der Reihe, Anm.), als die Susi im postkoitalen Zustand dem Eberhofer sagt, dass sie schon ganz gerne eine Familie hätte und der Eberhofer dann sagt: "Du hast aber ganz schöne Dellen auf den Haxn." Da weiß er dann, dass er zwei Wochen Ruhe hat vor dem Thema. Die Susi ist in dem Moment zwar sauer, aber der Eberhofer weiß, dass er das schon wieder hinkriegt. In "Schweinskopf al dente" fährt er wieder dieselbe Schiene und merkt dann: "Oh, das war jetzt vielleicht einer zu viel." Er weiß dann schon, dass er jetzt gefordert ist und etwas unternehmen muss, um die Susi zurückzugewinnen. Er muss ja dann auch in den sauren Apfel beißen und ihr nach Italien hinterherfahren. Letztendlich ist es ihm wichtig, dass die Beziehung nur nicht zu eng und hektisch wird, deshalb haut er immer wieder einen Spruch raus. Der Eberhofer ist ein Typ, der sich von fast allen um sich herum genervt fühlt, deshalb verbringt er viel Zeit damit, den Status quo zu erhalten. Das macht er beim Rudi ja auch, er stößt ihn immer wieder vor den Kopf.

krone.at: Der Rudi hat in Sachen Liebe und Beziehung ja auch nicht gerade das goldene Händchen...
Schwarz: Warum es bei ihm nicht klappt, kann ich nicht beurteilen, denn wenn er wüsste, woran es liegt, würde er es ja anders machen. (lacht) Es ist halt so, dass der Rudi niemanden außer den Franz hat. Er hat es ja schon mal versucht (in "Winterkartoffelknödel", dem zweiten Film der Reihe, Anm.), aber das ist schief gegangen. Der Rudi ist ja wirklich ein feiner Kerl und ein Held, aber es will einfach nicht sein.
Bezzel: Aber das sind ja genau immer diese Typen, bei denen es in der Liebe nicht so recht klappen will. Wenn der Rudi verliebt ist, dann will er gleich alles und überstürzt es. Der ist ja schlimmer als die Susi! (lacht)
Schwarz: Er will ja vom Franz auch alles...

krone.at: Und bekommt aber nicht alles...
Schwarz: Ja, wie das im Leben so ist, man kann nicht alles bekommen. (lacht)

krone.at: Herr Bezzel, wenn der Eberhofer nicht Polizist geworden wäre, was würde er dann jetzt machen?
Bezzel: Das ist schwer, er ist ja wirklich ein fauler Kerl. Ich könnte mir vorstellen, dass er irgendwas auf dem Bauernhof machen würde oder irgendein Handwerk gelernt hätte. Aber auf jeden Fall würde er etwas machen, das immer denselben Ablauf hat. Einen sonderlichen Karriere-Ehrgeiz hat er ja nicht, was aber nicht heißt, dass er total keinen Ehrgeiz im Leben hat, weil verarschen lässt er sich nicht. Wenn er was rausfinden will, wenn irgendwas in ihm losgetreten wird, dann will er der Sache auch auf den Grund gehen. Das ist ja das Sympathische an ihm. Was der Eberhofer aber nie machen würde: als Selbstständiger zu arbeiten. Das wäre zu viel Stress.

krone.at: Was würde der Rudi machen, wenn er nicht Privatdetektiv wäre?
Schwarz: Für den Rudi gibt es nur einen analytischen Beruf, er ist ja der beste Analytiker auf dieser Erde. Er war ja früher Polizist, ist jetzt Privatdetektiv, das ist eigentlich das einzige, wo er wirklich gut aufgehoben ist.

krone.at: Könnten Sie sich vorstellen, dass der Eberhofer und der Rudi gemeinsam auf Urlaub fahren?
Schwarz: Der Rudi würde natürlich mit dem Eberhofer auf Urlaub fahren und dann würde es so chaotisch aussehen wie beim "Winterkartoffelknödel"...
Bezzel: Da waren die beiden ja auf Teneriffa, nachdem Rudis geplanter Urlaub mit seiner Freundin ins Wasser fiel, weil sie ihn kurz vorher verließ. Aber der Eberhofer ist da ja nur mitgefahren, um den Fall zu lösen. Prinzipiell würde der Eberhofer den Rudi nie mit auf Urlaub nehmen.
Schwarz: Es ist ja für ihn auch schwierig, überhaupt mal weg zu fahren...
Bezzel: Höchstens mal für ein Wochenende auf eine Berghütte zum Saufen...

krone.at: Im Film spielt ja - wie der Titel schon verspricht - ein Schweinskopf eine Hauptrolle. Wie darf man sich das am Set vorstellen: Bekommt man da als Schauspieler eher ein Hungergefühl oder ist das nur grauslig?
Bezzel: Also bei dem Schweinskopf, den man bei der Szene mit dem Moratschek ganz am Anfang sieht, da dachte ich nicht "Ist das grauslig!", sondern "Wahnsinn". Da geht man auch nah ran und schaut sich das genau an. Wir hatten dann aber die Szene, als der Schweinskopf im Gebüsch liegt und die Maden schon dran waren, das war dann doch latent widerlich.
Schwarz: Es gab ja insgesamt acht Schweinsköpfe bei den Dreharbeiten.
Bezzel: Das war so ein richtiges "pig-Casting"... (beide lachen) Man muss jetzt schon sagen, dass keine Sau für die Dreharbeiten umgebracht wurde, die wurden alle am Münchner Schlachthof gekauft.

krone.at: Trifft ein schön zubereiteter Schweinskopf Ihren kulinarischen Geschmack?
Schwarz: Da muss ich jetzt ganz klar sagen, wenn ein Tier geschlachtet wird, dann soll man es auch zu 100 Prozent verwerten. Also nicht nur einen kleinen Teil davon.
Bezzel: Ich muss dazu sagen, dass mich die Filet-Esser nerven, die immer nur das Feinste vom Feinen essen. So eine Schweinskopf-Sülze, wenn die gut gemacht ist, dann ist das was Hervorragendes.
Schwarz: Auch Schweinsohren sind gar nicht so schlecht. Das haben wir mal in China gegessen, das war sehr gut. Es kommt halt auf das Rezept an...
Bezzel: …und auf den, der es zubereitet.

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