Mi, 14. November 2018

Überfall erfunden:

23.06.2016 21:19

Aus Rache ließ Afghane Landsmann einsperren

Im Endeffekt ging es eigentlich um eine Messerstecherei vor zwei Jahren in Graz: Damals hat ein Afghane einen Landsmann vor Gericht belastet, woraufhin beide Asylwerber verurteilt wurden. Scheinbar um sich dafür zu rächen, erfand der 27-Jährige jetzt einen schweren Raub und ließ seinen Kontrahenten einsperren.

Wenn die Kriminalpolizei einmal ermittelt, dann ist es ernst. Doch ein mehrfach vorbestrafter Asylwerber aus Afghanistan dachte, er kann die Ermittler für seinen privaten Rachefeldzug einspannen. Falsch gedacht, denn jetzt ist er es, der in der Justizanstalt in U-Haft sitzt.

Verworrene Geschichte
Doch von Anfang an: Ende April hatte der 27-Jährige einen brutalen Raubüberfall angezeigt. In der Griesgasse sollen nachts hinter einem Nobelhotel fünf unbekannte Täter über ihn hergefallen sein. Sie hätten ihn geschlagen, getreten und ihm Handy sowie Bargeld geraubt.
Die Raubermittler des Kriminalreferates konnten rasch vier der fünf Tatverdächtigen ausforschen. Die Afghanen - 20 bis 25 Jahre alt - kamen in Haft. Darunter auch jener Landsmann von der Messerstecherei, der den 27-Jährigen belastet hatte. Doch im Zuge weiterer Erhebungen stellte sich heraus, dass keiner der Zeugen einen Überfall gesehen hatte. Vielmehr sei es zu einer Schlägerei gekommen, wahrscheinlich wegen Drogenschulden. Das "Raubopfer" mittendrin.

Der 27-Jährige war es auch, der einem am Boden liegenden Gegner mit einem gezielten Tritt den Arm brach. "Wir haben das vermeintliche Raubopfer Ende der Vorwoche wegen schwerer Körperverletzung festgenommen", sagt Bezirksinspektor Benjamin Pfingstl auf "Krone"-Nachfrage. Der Mann sitzt jetzt in U-Haft. Doch er bleibt bei seiner Raubversion - er hätte sich nur gewehrt.

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