Niedrige Preise

Stahlkrise: Sorgen auch in der Steiermark

Steiermark
17.02.2016 05:50

Massive Überkapazitäten, fallende Preise, strenge Umweltschutzauflagen: Es sind harte Zeiten für die europäische Stahlindustrie - und damit auch für einige der wichtigsten (ober-)steirischen Unternehmen mit insgesamt mehr als 11.000 Beschäftigten. Akute Bedrohungen für die heimischen Betriebe gibt es zwar keine, der Blick in die Zukunft ist aber mit Unsicherheiten verbunden.

Wenn sogar zwei Vorstandsmitglieder der Voestalpine zu einer Demonstration der europäischen Stahlindustrie nach Brüssel reisen, dann hat das Signalwirkung. "Es gibt drei große Problemstellungen für die Branche", sagt Konzernsprecher Peter Felsbach: Zum ersten wird bereits in Europa mehr Stahl produziert als (unter anderem wegen der zurückhaltenden Bautätigkeiten) gebraucht wird. Zum zweiten verlangt die europäische Klimapolitik von den Industriebetrieben enorme CO2-Einsparungen; es drohen hohe Strafzahlungen.

Besonders akut ist derzeit aber das dritte Problem: Die Überkapazitäten aus anderen Weltregionen wie Türkei, Russland, vor allem aber China, drängen mit besonders niedrigen Preisen auf den europäischen Markt.

"Preise werden gedrückt"
Die Voestalpine, die alleine in der Steiermark 9100 Mitarbeiter zählt, setzt seit langem auf hochqualitative Produkte und ist daher vom billigen China-Stahl "nicht direkt betroffen", so Felsbach. "Aber die Preise werden dennoch gedrückt."

Aus derzeitiger Sicht sind für die gut ausgelasteten steirischen Standorte keine Einschnitte geplant - doch im Hintergrund laufen längst Vorbereitungen, falls eine neue Weltwirtschaftskrise ausbricht. Felsbach: "Wir würden unsere Investitionen rasch zurückfahren." Auf jeden Fall durchgezogen wird aber die 100-Millionen-Euro-Modernisierung des Stahlwerks Donawitz.

Langfristige Prognosen schwierig
Auch der steirische "Proge"-Gewerkschafter Hubert Holzapfel sieht die steirischen Leitbetriebe - trotz besorgniserregender Marktlage - "durch ihre hohe Qualität gut abgesichert". Eine langfristige Prognose sei aber schwierig. Was etwa, wenn China auch in der Qualität massiv aufholt…?

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