08.01.2016 14:28 |

Murkraftwerk Graz:

Gegner warnen vor wirtschaftlichem Desaster

Die Gegner des Murkraftwerks machen nun mit einer Wirtschaftlichkeitsstudie erneut mobil gegen das 110-Millionen-Euro-Projekt Murkraftwerk in Graz-Puntigam. Würde das Wasserkraftwerk gebaut, wäre es ein wirtschaftliches Desaster, heißt es in dieser Studie. Die Energie Steiermark will bald über das Projekt urteilen.

WWF, "Rettet die Mur" und der VÖAFV (Verband der Österreichischen-Arbeiter-Fischerei-Vereine) haben eine Wirtschaftlichkeitsstudie für das Murkraftwerk beauftragt. Jürgen Neubarth, Energie-Experte, hat sie nun vorgelegt. Die wichtigsten Punkte:

- Durch die im Vergleich zu anderen österreichischen Wasserkraftwerken enorm hohen Investitionskosten, könne sich das Projekt kaum rechnen. Sogar in 50 Jahren könnte für die Energie Steiermark, die das Projekt vielleicht umsetzen will, noch ein Minus von 45 Millionen Euro zu Buche stehen.

- Die Energiepreise sind derzeit im Keller. Dass sie wieder steigen (etwa ab 2020) ist sehr wahrscheinlich. Für Neubarth wäre das Kraftwerk in Graz aber trotz steigender Energiepreise kaum wettbewerbsfähig.

- Für das Land Steiermark (als 75-Prozent-Eigentümer der Energie Steiermark) würde das Murkraftwerk strategisch keinen Sinn machen. Man solle besser in andere ökologische Projekte investieren.

Teuerster Strom Österreichs

Für die Gegner des Murkraftwerks, für die das Projekt vor allem ökologischer Wahnsinn ist, ist das natürlich Wasser auf die Mühlen. "Im Murkraftwerk in Graz würde dann österreichweit am teuersten Strom produziert", sagt Clemens Könczöl ("Rettet die Mur"). Gebhard Tschavoll (WWF) ergänzt: "Wir sind nicht prinzipiell gegen Wasserkraft, wenn sie ökonomisch und auch ökologisch Sinn macht."

Entscheidung fällt bald

Die Energie Steiermark will bis Mitte des Jahres entscheiden, ob das Kraftwerk gebaut wird. Sprecher Urs Harnik sagt: "Das Murkraftwerk bleibt das Kernprojekt der Energie Steiermark. Mehrere Investitionspartner wollen aufgrund der hohen Attraktivität des Projekts mitmachen. Bei einer Nutzungsdauer von 100 Jahren geht es nicht um eine kurzfristige Betrachtung, es geht um Nachhaltigkeit, Sicherheit und eine langfristige grüne Energiestrategie."

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