Fr, 22. Juni 2018

Spital am Semmering

12.12.2015 07:10

"Die Stimmung ist am Kippen"

In Leoben und Leibnitz heißt das Gesprächsthema Nummer 1 Flüchtlingsgroßquartier. In der Montanstadt hat man bereits eines, in Leibnitz soll bald eines entstehen. Da und dort regt sich Widerstand. In Spital am Semmering hat der Bund 2014 das erste Großquartier eröffnet. Welche Erfahrungen hat man seither gemacht?

"Krone": Frau Vizebürgermeisterin Fischer, im September 2014 wurde in Spital das erste Flüchtlingsgroßquartier der Steiermark in einem ehemaligen Hotel eröffnet. Die Empörung damals war groß. Ist das heute auch noch so?
Maria Fischer: Die Stimmung hat sich verändert. In den Anfängen war sie sehr schlecht, dazwischen wurde mehr Verständnis gezeigt. Jetzt ist sie leider wieder am Kippen.

"Krone": Wieso?
Fischer: Weil unsere Politiker keine Wege aus der Krise finden. Statt an Lösungen zu arbeiten, liegen sich Rot und Schwarz nur in den Haaren. Ein Trauerspiel!

"Krone": Die Innenministerin gab ja das Versprechen ab, das "Haus Semmering" nach einem Jahr wieder aufzulösen. War das je wieder Thema?
Fischer: Wir hören vom Ministerium tagein, tagaus gar nichts. Manchmal erfahren wir über die Medien, dass wir laut Bund ein Vorzeigeort für gelungene Integration wären.

"Krone": Sehen Sie das anders?
Fischer: Wir mussten uns mit unserem Schicksal arrangieren. Dass bei uns hauptsächlich Afghanen, und nicht syrische Flüchtlinge, wohnen, gefällt aber sicher den wenigsten.

"Krone": Zwischen 130 und 200 unbegleitete Jugendliche sind im Spitaler Quartier untergebracht. Kommt es, so wie kürzlich in Leoben, zu gröberen Zwischenfällen?
Fischer: Wir hatten nur zwei Polizeieinsätze bislang. Beide Male dann, wenn nur eine Betreuungsperson da war.

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