Di, 21. August 2018

Tierheime voll

14.11.2015 16:03

Hunde-Boom in Tirol hat auch Schattenseiten

Bei Spaziergängen und Wanderungen gewinnt man zunehmend den Eindruck, dass Tirol auf den Hund gekommen ist. Der Eindruck täuscht nicht: Knapp 25.000 Wuffis sind bei der Heimtierdatenbank registriert. Die neue Liebe zum „besten Freund des Menschen“ hat aber auch Schattenseiten, wie Tierschützer wissen.

Daniela Scharmer von der Veterinärabteilung des Landes verwaltet die Heimtierdatenbank, in der Hunde seit 2010 verpflichtend registriert werden müssen. "Aktuell sind 24.700 Tiere in Tirol verzeichnet", informiert Scharmer. Einen Vergleich mit früher gibt es zwar nicht, aber auch die Amtstierärztin beobachtet, dass derzeit auffallend viele Tiroler zu einem Hund als Haustier tendieren.

Mehr Abgaben im Tierheim

Auch beim Tierschutzverein für Tirol weiß man um den Trend. Nur dort sind die negativen Auswirkungen zu spüren. "Die Zahl der Hunde-Abgaben hat stark zugenommen. Vor ein paar Jahren kamen wir im Tierheim Mentlberg mit zwei Hundeschlafsälen aus, jetzt haben wir schon drei", erklärt Doris Wilflingseder, Sprecherin des Tierschutzvereines für Tirol. Die neuen Entwicklungen fasst Wilflingseder folgendermaßen zusammen: "Der Trend geht zum Zweithund. Außerdem beobachten wir, dass sich immer jüngere Menschen einen Hund anschaffen." Was Wilflingseder und Scharmer Sorge bereitet, ist die Praxis, Hunde aus Ost- oder Südeuropa zu holen, um sie vor der Tötung zu retten. "Damit steigt die Gefahr, Krankheiten wie Tollwut einzuschleppen", erklärt Scharmer.

Viele dieser Tiere landen schlussendlich in Mentlberg. "Wir hatten schon aus ganz Europa Hunde hier. Sogar aus Mexiko und Australien. Das ist leider eine globale Entwicklung, der wir uns stellen müssen", sagt Wilflingseder. Die Tierschützer appellieren an die Tiroler, sich nicht leichtfertig ein Tier anzuschaffen. Auch wenn man es aus Mitleid für verwahrloste Vierbeiner aus anderen Ländern tut. Auch als Weihnachtsgeschenk sei ein Hund nicht die beste Wahl. Wilfingseder: "Eltern wollen den Kindern eine Freude machen. Dabei wird oft vergessen, dass Kinder die großen Aufgabe mit einem Haustier nicht abschätzen können." Ein alternatives Geschenk könne da eine Tierpatenschaft sein, die der Tierschutzverein für Tirol seit einiger Zeit anbietet. "Bei dieser Patenschaft kann man sich in der Betreuung unserer Schützlinge aktiv einbringen. Das geht von finanzieller Unterstützung bis hin zu Spaziergang-Diensten. So kann man auch gut ausprobieren, ob man für einen Hund genug Zeit hat und geeignet ist", zählt Wilflingseder die Vorteile einer Patenschaft auf.

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