Di, 25. September 2018

Deutschland top

29.10.2015 10:16

Arbeitslosenzahl auf tiefstem Stand seit 24 Jahren

Mitten in der anhaltenden Flüchtlingskrise präsentiert sich der Arbeitsmarkt unserer deutschen Nachbarn derzeit in einer Top-Verfassung: Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Oktober erstmals seit fast 24 Jahren unter die Marke von 2,7 Millionen gesunken. Doch schon im nächsten Jahr zeichnet sich ein Ende des Jobaufschwungs ab - neben dem VW-Abgasskandal auch wegen der großen Zahl von Migranten, die nicht sofort in den Arbeitsmarkt integriert werden können.

Unter 2,7 Millionen Arbeitslose gab es zuletzt im November 1991. Wie die Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag mitteilte, waren in diesem Monat 2,649 Millionen Erwerbslose registriert. Das seien um 59.000 weniger gewesen als im September und um 83.000 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote sank damit im Oktober auf 6,0 Prozent. "Die günstige Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt hält weiter an", erklärte BA-Chef Frank-Jürgen Weise. "Das kräftige Wachstum der Beschäftigung ist ungebrochen."

Die Zahlen zeigten, dass der deutsche Arbeitsmarkt weiterhin in einer guten Verfassung sei, berichteten Volkswirte in einer dpa-Umfrage. Doch die Zeiten stagnierender oder gar sinkender Arbeitslosigkeit gehen nach ihrer Einschätzung allmählich zu Ende. "Ein paar Bremseffekte werden in den nächsten Monaten zu sehen sein", sagte etwa der Ökonom Stefan Kipar von der Bayerischen Landesbank.

Flüchtlinge, China und VW als Bremsen
Für das kommende Jahr rechnen die meisten Volkswirte mit leicht steigenden Arbeitslosenzahlen. Sie führen dies auf die Konjunkturabkühlung in Schwellenländern wie etwa in China zurück, aber auch auf die große Zahl von Flüchtlingen, die nicht sofort in den deutschen Arbeitsmarkt integriert werden könnten. Auch der VW-Abgasskandal könnte den Jobmarkt treffen, befürchten einzelne Volkswirte. "Den VW-Effekt wird man sehen, aber das wird kein sehr starker Effekt sein", sagte Kipar.

Negativen Einfluss auf die Entwicklung des Arbeitsmarkts werden auch die am Donnerstag verkündeten Sparpläne bei der Deutsche Bank haben. Die Bank baut unter ihrem neuen Chef John Cryan ungefähr ein Viertel ihrer Belegschaft ab. Die Umsetzung der neuen "Strategie 2020" werde zum Abbau von rund 9000 Vollzeit-Arbeitsplätzen im Konzern und von 6000 Stellen bei externen Dienstleistern führen, teilte Deutschlands größtes Geldhaus mit.

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