22.06.2015 10:27 |

Mit Kräutern bedeckt

Fötus in Bischofssarg in Schweden gefunden

Ein Emryo im Sarg eines schwedischen Bischofs gibt Rätsel auf: Bei einer Röntgen-Untersuchung der mumifizierten Leiche von Bischof Peder Winstrup (1605-1679) fanden Wissenschaftler zu seinen Füßen die Übereste eines Fötus, wie die britische Zeitung "The Guardian" am Sonntag berichtete.

Der vier bis fünf Monate alte Fötus war in ein Tuch gewickelt und offenbar bewusst dem 74-jährigen lutherischen Bischof von Lund beigesellt worden. Eine DNA-Untersuchung soll Aufschluss über eine mögliche Verwandtschaft geben.

Bei früheren Untersuchungen war das Kind dem Bericht zufolge nicht aufgefallen, weil es unter den Kräutern verborgen war, die den Sarg zur Hälfte ausfüllen. Der Leichnam Winstrups gilt als eine der am besten erhaltenen Mumien Europas. Sein Gesicht (Bild unten) ist eingefallen, aber die Gesichtszüge weisen noch immer deutliche Ähnlichkeiten mit zeitgenössischen Porträts auf.

Laut Angaben der Forscher deuten Verkalkungen in der Lunge darauf hin, dass der im Alter von 74 Jahren verstorbene Bischof an Tuberkulose erkrankt war. Die Röntgenbilder zeigen außerdem, dass er unter Arthrosen in Hüft- und Kniegelenken litt. In den CT-Aufnahmen von Winstrup seien zudem Arteriosklerose in der Aorta und in der Halsarterie, sowie zahlreiche Gallensteine erkennbar, so die an der Untersuchung beteiligten Wissenschaftler.

Winstrup, 1605 als Sohn eines Bischofs und Theologieprofessors in Kopenhagen geboren, wurde nach Studien in Rostock, Wittenberg, Leipzig und Jena zunächst Kaplan am Hof Christians IV. von Dänemark, dann 1638 Bischof von Lund. 1666 gründete er die Universität Lund, die heute zu den angesehensten Hochschulen weltweit gehört. Bestattet wurde Winstrup in der Krypta seiner Domkirche.

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