Sa, 23. März 2019
10.02.2015 15:20

Wegen Anti-Atom-Kurs

London plant: "Österreich klagen oder schaden"

Ernüchternde Einblicke in die europäische Politik gewährt jetzt eine Geheimdepesche der österreichischen Botschaft in London. Aus dem Bericht geht klar hervor, wie sich die britische Regierung für den Anti-Atom-Kurs der Republik rächen will. Wörtlich steht in der Diplomatenpost, dass das Vereinigte Königreich in Zukunft jede Gelegenheit wahrnehmen werde, "Österreich zu klagen oder zu schaden".

Auslöser des britischen Racheplans ist die Ablehnung Österreichs in der EU-Kommission, dass das britische AKW Hinkley Point mit Staatsbeihilfen gefördert werden kann. Bundeskanzler Werner Faymann und Vizekanzler Reinhold Mitterlehner hatten im Oktober vergangenen Jahres erklärt, dass sie eine "Entscheidung, Subventionen für Atomstrom zu genehmigen, nicht akzeptieren" werden. Umweltminister Andrä Rupprechter sagte, die Förderung von Atomkraft würde die EU "in die energiepolitische Steinzeit zurückwerfen".

Kurz danach begann London - Informationen zufolge direkt von Großbritanniens Premier David Cameron ausgehend - mit den Planungen, wie es Österreich zu einer Aufgabe des Anti-Atom-Kurses zwingen könne. Dabei ist von Lobbying, eindringlichen Telefonaten mit heimischen Entscheidungsträgern und Regierungsmitgliedern ebenso die Rede wie von einer Serie von Klagen beziehungsweise Methoden, Österreich in einer Weise zu schaden, die auch "starke innenpolitische Auswirkungen" habe.

Bundeskanzler Werner Faymann sagte dazu am Dienstag, dass die Regierung bei der Ablehnung der Atomenergie auf Kurs bleibe, weil diese "keine förderungswürdige neue Technologie ist". Am Donnerstag trifft der Kanzler in Brüssel auf den britischen Premier.

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Hit im Amsterdam
DFB freut sich auf „heißes Duell“ gegen Oranje
Fußball International
Teenager unter Opfern
Drei Fußgänger von Auto erfasst - schwer verletzt
Niederösterreich
Mit krone.at gewinnen
„Hellboy“: Zwei Fäuste für ein Hallelujah
Pop-Kultur
Empfängerin (86) starb
Kärntner war kurz vor Blutspende in Uganda
Kärnten
Vor fast 18 Jahren
Israel - Österreich: Orangen, Steine und Ohrfeigen
Fußball National

Newsletter