Ganz ohne Mörtel – nur mit handwerklichem Geschick und altem Wissen entsteht rund um Gumpoldskirchen eine einzigartige Trockensteinmauer aus Kalkstein. Sie stützt Hänge und lockt seltene Eidechsenarten an.
Was einst eine überwucherte, verfallene Mauer war, wächst in Gumpoldskirchen, Bezirk Mödling, nun wieder zu einem besonderen Schmuckstück der Kulturlandschaft heran. Entlang der Weinbergstraße entsteht in aufwendiger Handarbeit in mehreren Etappen eine rund 80 Meter lange Trockensteinmauer - ganz ohne Mörtel, dafür mit viel Geduld und jahrhundertealtem Wissen.
Steine werden ohne Mörtel zusammengesteckt
„Man kann sich diese Arbeit wie ein großes 3-D-Puzzle vorstellen“, erklärt Umweltgemeinderätin Maria von Balthazar. Die Kalksteine stammen von einem Weinbauer aus Traiskirchen. „Der weiß schon genau, dass wir viele verschiedene Größen brauchen“, erklärt sie. Diese Steine werden dann Stück für Stück zu einer Mauer „zusammengesteckt“. „Wenn ein Stein nicht passt, wird er mit einem Meißel zurechtgemacht“, so von Balthazar.
Das UNESCO-anerkannte Handwerk wird im Rahmen eines zweijährigen Projekts mit Unterstützung der Modellregion Thermenlinie, des Biosphärenparks Wienerwald und weiterer Partner wiederbelebt. In mehreren Kursen lernen Winzer und Bauhofmitarbeiter die traditionelle Bauweise, damit dieses Wissen in der Region erhalten bleibt.
Draufsetzen erlaubt, Steine herausziehen verboten
So entsteht eine Mauer, die die Hänge in den Weinbergen stützt und gleichzeitig Lebensraum für Smaragd- und Mauereidechsen sowie zahlreiche weitere Tierarten bietet. „Auch ‘Draufsetzen‘ ist erlaubt. Das hält sie aus“, erklärt von Balthazar. Nur Steine herausziehen, das sollte man nicht tun.
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