Der sechsjährigen Mia aus Niederösterreich, die mit Down-Syndrom zur Welt kam, wird kein Hortplatz gewährt, mit der Begründung, der Hort sei nicht behindertengerecht. Ihre Mutter kämpft jedoch weiter dafür, dass Mia mit anderen Kindern zusammen sein darf.
Adrijana Anusic aus Enzersdorf an der Fischa, Bezirk Bruck an der Leitha, steht vor einer Situation, die sie zunehmend verzweifeln lässt. Ihre Tochter Mia besucht derzeit die erste Klasse der örtlichen Volksschule. Doch während andere Kinder nach dem Unterricht gemeinsam im Hort spielen und Mittag essen, wird Mia diese Betreuung verweigert. „Es kann nicht sein, dass ein Kind aufgrund einer Behinderung von dieser Betreuung ausgeschlossen wird“, klagt die Mutter.
Hort im Container ist nicht behindertengerecht
Der örtliche FPÖ-Bürgermeister und Nationalratsabgeordnete Werner Herbert kennt den Fall. Es habe bereits mehrere Gespräche mit Frau Anusic darüber gegeben. Die Situation sei schwierig, erklärt er: „Unser Hort ist derzeit in einem Container untergebracht und leider nicht behindertengerecht.“
Die Sorge um Haftungsfragen im Falle eines Unfalls wiegt schwer. Gleichzeitig verweist er darauf, dass die Gemeinde mit zwölf Stützkräften bereits außergewöhnlich gut aufgestellt sei – mehr als in umliegenden Orten wie Bruck an der Leitha oder Schwechat. Und für Mia sei alleine eine eigene Stützkraft abgestellt.
Wir sind Frau Anusic schon sehr entgegengekommen und stellen Mia kostenfrei eine Betreuung zur Verfügung, bis sie abgeholt werden kann.

Werner Herbert, Bürgermeister
Bild: Doris Seebacher
Auch sei man der Mutter bereits entgegengekommen: Die Stützkraft, die Mia in der Schule begleitet, bleibt freiwillig für Frau Anusic kostenfrei eine halbe Stunde länger, um sie zu betreuen, bis ihre Mutter von der Arbeit kommt.
„Alles andere als gelebte Inklusion“
Doch für Frau Anusic ist das keine Lösung. „Mia sitzt dann allein mit der Stützkraft und darf nicht mit den anderen Kindern essen oder spielen“, sagt sie. Für die Mutter alles andere als gelebte Inklusion. Den Vorschlag des Bürgermeisters, Mia in eine Sonderschule nach Fischamend zu schicken, lehnt sie entschieden ab. „Mia ist sehr gut entwickelt. Dort würde sie untergehen“, sagt sie.
Nun liegt der Fall bei der Behindertenanwaltschaft. Für Anusic ein letzter Hoffnungsschimmer. „Dort wurde mir gesagt, sie bleiben dran und lassen mich nicht im Stich“.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.