Am meisten Bezieher

Graz bleibt der Magnet für Sozialunterstützung

Steiermark
12.03.2026 05:00

Mehr als 60 Prozent der Sozialunterstützungs-Bezieher in der Steiermark leben in der Landeshauptstadt. Freiheitliche und Volkspartei kritisieren deshalb die KPÖ scharf. Doch diese kontert: „Das System haben nicht wir erfunden.“ Plus: Teilen Sie in der großen Leserbefragung Ihre Meinung mit!

Nirgendwo ist die blau-schwarze Handschrift deutlicher erkennbar als im Sozialbereich. Ziemlich rigoros zückte der zuständige FPÖ-Landesrat Hannes Amesbauer hier den Sparstift und sah sich deswegen auch immer wieder teils heftiger Kritik durch die Landtags-Opposition ausgesetzt. Doch gemeinsam mit dem Regierungspartner blickt man stolz auf das bisher Erreichte – und ledert selbst gegen die linke Grazer Stadtregierung. In der Landeshauptstadt sei demnach unter der KPÖ geführten Regierung die soziale Hängematte wieder groß in Mode.

Nun will Amesbauer dies auch mit einer aktuellen Anfragebeantwortung, just an die KPÖ, zum Bezug der Sozialunterstützung untermauern. Im Jahr 2024 (für 2025 liegen noch keine Zahlen vor) haben in der Steiermark im Schnitt 15.192 Personen Sozialunterstützung bezogen.

Mit 9324 Menschen lebten die mit Abstand meisten davon in Graz – nur Bruck-Mürzzuschlag kommt mit 1026 noch knapp auf eine vierstellige Bezieherzahl (siehe Grafik). Während in Graz also nur rund 24 Prozent der steirischen Bevölkerung leben, ist der Anteil der Sozialunterstützung in der Murmetropole mit 61,4 Prozent ungleich höher.

In Graz leben mit Abstand am meisten Bezieher der Sozialunterstützung.
In Graz leben mit Abstand am meisten Bezieher der Sozialunterstützung.(Bild: Krone KREATIV/stock.adobe.com)

„Die Statistik zeigt deutlich, dass das alte System Fehlanreize geschaffen hat“, ist Amesbauer überzeugt. „Auffällig ist außerdem, dass rund 76,5 Prozent der nicht-österreichischen Sozialunterstützungsbezieher in Graz zu Hause sind. Während die KPÖ in Graz zusätzliche soziale Pull-Faktoren schafft, setzen wir in der Landesregierung bewusst einen anderen Kurs.“

Der steirische Soziallandesrat Hannes Amesbauer (FPÖ).
Der steirische Soziallandesrat Hannes Amesbauer (FPÖ).(Bild: Christian Jauschowetz)
Der Klubobmann der steirischen ÖVP Lukas Schnitzer.
Der Klubobmann der steirischen ÖVP Lukas Schnitzer.(Bild: Christian Jauschowetz)

In dieselbe Kerbe schlägt ÖVP-Klubobmann Lukas Schnitzer: „Die linke Rathauskoalition hat vor allem jene im Blick, die sie in gönnerischer Manier mit Sozialleistungen an die öffentliche Hand binden will.“

Große Leserbefragung

Ihre Meinung zählt! Wie stehen Sie zu den Einsparungen im Sozialbereich? Ist es richtig, dass das Land hier den Sparstift zückt, oder soll besser woanders gekürzt werden? Im Rahmen unserer großen Leserbefragung wollen wir Ihre Meinung zu diesem und vielen anderen Themen, die die Steiermark bewegen, wissen. Mit etwas Glück können Sie tolle Preise gewinnen – wie eine PlayStation 5 oder eine Küchenmaschine. 

Hier der Link zu unserer Leserbefragung: www.krone-stmk.ifdd.at

Im Büro von Bürgermeisterin Elke Kahr (KPÖ) nimmt man die Kritik relativ gelassen hin. „Dieses System haben ja nicht wir erfunden, sondern das war schon immer so. Und in Graz leben halt mehr Menschen als am Land. Außerhalb gibt’s sonst kaum Strukturen zur Unterstützung von Menschen in Notlagen. Betroffene werden von ihrer Heimatgemeinde sogar gezielt nach Graz geschickt.“

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