Waldviertler Blondvieh

Familie widmet sich Erhalt einer alten Rinderrasse

Niederösterreich
18.02.2026 19:00
Porträt von Niederösterreich-Krone
Von Niederösterreich-Krone

Einst dominierende Rinderrasse Niederösterreichs, nun gibt es nur mehr etwa 2000 Tiere weltweit. Mit dem Beginn der Bio-Landwirtschaft stellten Thomas und Eva Resl das „Waldviertler Blondvieh“ ein, das nur halb so schnell wächst, als Fleckvieh. Für den Erhalt der Art sorgt ein 1000-Kilo-Zuchtstier als „Herr im Stall“.

Die Haupt-Rinderrasse Niederösterreichs war einst das „Waldviertler Blondvieh“. Heute gibt es nur noch rund 700 Zuchttiere, die fast alle im Waldviertel leben und nur mehr rund 2.000 Tiere weltweit – eine hoch gefährdete Rinderrasse. Ab den 1950er Jahren wurde das Blondvieh rasch verdrängt, da Fleckvieh höhere Milch- und Fleischleistung und so bessere Einnahmen bot.

Bei der Familie Eva und Thomas Resl in Hohenwarth bei Karlstein an der Thaya verhält sich die Sache gänzlich anders. Thomas kehrte mit seiner Frau Eva nach Ende seines Studiums an der Uni für Bodenkultur in seine Waldviertler Heimat zurück und übernahm den seit 1744 im Besitz der Familie befindlichen Bauernhof.

Ausgeprägter Mutterinstinkt, halbes Wachstum . . .
Mit dem Umstieg auf Bio-Landwirtschaft begann die Familie auch, Blondvieh zu halten. Sie setzt auf Mutterkuhhaltung, nicht zuletzt deshalb, weil die Kälber sehr klein sind und die Blondvieh-Kühe über einen ausgeprägten Mutterinstinkt verfügen. Der Nachwuchs bleibt etwa zehn Monate bei seinen Mamas. Die Rasse nimmt lediglich 75 Dekagramm pro Tag zu, während Fleckvieh 1,40 Kilogramm zulegt. „Das gibt mehr Geschmack im Fleisch“, sagt Thomas Resl. „Auch die Kochzeit ist viel kürzer und man braucht auch weniger Würze“, ergänzt Gattin Eva.

Ausschließlich Direktvermarkter
Die Familie setzt zur Gänze auf Direktvermarktung, geschlachtet wird bei einem Fleischer im Nachbarort, zerlegt in einem modernen Zerlege-Raum durch einen Fleischermeister auf dem Hof. Pro Jahr gibt es sieben Schlachttermine, Kunden können vorbestellen, wobei das gewünschte Fleisch individuell nach Art und Gewicht geliefert wird beziehungsweise auf dem Hof abgeholt werden kann. Ein Drittel des Fleisches wird in der Region verkauft, zwei Drittel werden nach Wien geliefert. Produziert werden auch Rindswürste ohne Schweinefett sowie Rohschinken, Würste und Faschiertes. Sonderwünsche, wie ein T-Bone-Steak oder anderes, werden erfüllt. Für eine bessere Fleischqualität werden die männlichen Kälber kastriert und nur so die Haltung in der Gruppe möglich ist.

1000-Kilo-Stier ist „Herr im Stall“
Für die Fortpflanzung sorgt ein 1.000 Kilogramm schwerer Zuchtstier, der der einzige „Herr im Stall“ ist und auch mit auf die Weide geht. Die Familie Resl setzt auch auf Kreislaufwirtschaft, füttert nur Heu und keine Silage und verwertet selbstverständlich den Mist wieder zu Kompost. Nähere Informationen gibt es im Internet unter www.bioblondvieh.at und auf Instagramm unter w4blondvieh.vom.biohof.resl.

Hannes Ramharter

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