Eisschwimmen liegt im Trend. Am Erlaufsee bei Mariazell geht man noch einen Schritt weiter: Seit diesem Winter gibt es Eistauchen. Gefragt ist dabei Können, mentale Stärke – und auch Geduld.
Mariazell liegt im Nebel versunken, als sich die Eistaucher-Community des Kapfenberger Tauchvereins X-Dive bei knapp über null Grad Luft- und vier Grad Wassertemperatur am sonnigen Erlaufsee trifft. Es ist eindrucksvoll, wie konzentriert die Vorbereitungen ablaufen. Ohne viel Worte werden die Aufgaben verteilt: Aufstellen des Zeltes, Bereitstellen von Tee und Kuchen, Ausschneiden des Einstiegsdreiecks mit der Motorsäge (Seitenlänge: drei Meter!), Absichern der Einstiegsleiter usw.
Jeder im Team weiß, was er zu tun hat. Dabei bewegt man sich ausschließlich auf Eis. Grüne Rasenteppiche, bald nass geworden, geben zusätzlichen Halt. Die Profis haben Spikes an die Schuhe montiert. Die Dicke der Eisdecke erkennt man an kleineren Abschnitten, die mit Pickeln herausgehoben werden: Es sind verrtrauenswürdige 30 Zentimeter.
„Die Eistaucher sind eine eigene Community“
Die Vorbereitungsarbeiten zu den Tauchgängen nehmen etwa eineinhalb Stunden in Anspruch. Zeit genug, um mit Günter Persoglia ein paar Worte zu wechseln. Der X-Dive-Chef ist Organisator der Eistauch-Termine am Erlaufsee. „An diesem schönen Platz hat die ARGE Tauchen Österreich die Rechte für den Tauchplatz von den Bundesforsten erworben“, erklärt er. Es sind aktuell „schöne Hechte“ zu beobachten, die sich nur langsam bewegen und nicht gestört werden sollen. Auch sind Schwärme von Jungbarschen unterwegs, dazu gibt es einen interessanten Schilfbewuchs am Ufer.
„Die Eistaucher sind eine eigene Community. Es geht um mentale Stärke, auch um das Vertrauen zum eigenen Equipment. Dann kann ich in Ruhe unter Wasser die Luftblasen beobachten, die sich wie Quecksilber an der unteren Eisdecke sammeln. Das fasziniert. Wer es einmal erlebt hat, macht es jeden Winter wieder“, so Persoglia. Natürlich ist man beim Eistauchen durch den zusätzlichen „Unterzieher“ zum Tauchanzug in seiner „Bewegung ein bisschen eingeschränkt“.
Nur abgesichert geht es unter Eis
Beim zweiten Eistauch-Termin in diesem Winter sind ein gutes Dutzend Taucher inklusive familiären Anhang dabei. Die Signale – einmal, zweimal oder dreimal an der Leine ziehen – werden ausgemacht, davor gibt es kein Abtauchen. Das 40 Meter lange orange Seil wird im Notfall raschest möglich eingeholt – es dauert maximal 45 Sekunden. Wollen die Taucher einen größeren Radius, zum Beispiel 60 Meter, haben, kann die Sicherheitsleine verlängert werden. Gehen zwei Taucher zu einem gemeinsamen Tauchgang unter Wasser, ist einer durch die orange Leine, der andere durch die drei Meter lange Buddy-Leine zum anderen hin gesichert.
Fotograf Walter und ein Kumpel sind als Erste für den Tauchgang bereit. Der Einstieg erfolgt entweder aus dem Sitzen am Eis oder Schritt für Schritt über die Leiter, was angesichts der Flossen gar keine so einfache Sache ist. Als die beiden im Wasser sind, werden ihnen die professionellen Unterwasserkameras nachgereicht. Der Tauchgang wird etwa 30 Minuten dauern.
Weiterer Ausbau geplant
Eine entsprechende Ausbildung ist notwendig, dazu mentales Training und nicht zuletzt die spezielle Winterausrüstung, die auf etwa 2000 Euro aufwärts kommt. Persoglia will nach den heurigen ersten zwei Terminen am Ausbau der Aktivitäten arbeiten: „Wir werden hier sehr viel organisieren, damit dieser Platz in die Herzen der Taucher Einzug findet.“
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