Krisztian P. (33) gestand beim Geschworenen-Prozess in Salzburg den Mord an seiner Ex-Freundin Jennifer Z. (34): „Ja, ich bin schuldig.“ Aber: So richtig erklären konnte es der ungarische Koch nicht, er sprach nur von einem „Gefühl, dass ich es tun musste“. Jetzt muss er lebenslang hinter Gittern.
Bis auf den letzten Platz war der größte Verhandlungssaal des Salzburger Landesgerichtes am Donnerstag belegt. Die vielen Zuschauer sahen, wie der Mordangeklagte Krisztian P. von Justizwachebeamten zur Mitte des Saales geführt wurde. Und wie er währenddessen sein Gesicht vor den Kameras versteckte.
„Warum? Das war Jennifers letztes Wort, bevor der Angeklagte ihr die Waffe an die Stirn hielt und abdrückte“, führte der Staatsanwalt Jürgen Wiener aus und sprach von Akten-Inhalten, die „selbst für uns schwer zu fassen sind“. Für den Ankläger stehe der Mord strafrechtlich außer Zweifel: „Die Beweislage ist eindeutig. Sein Plan war, das Leben seiner Ex-Freundin zu beenden.“
Mord heimlich aufgenommen
Passiert ist die kaltblütige Tat in der Nacht auf den 3. Mai 2025 auf einem Supermarkt-Parkplatz in Maria Alm: Es war ein letztes Treffen zur Übergabe von persönlichen Gegenständen, die der Ungar noch von der Ex hatte. Jenny Z. war mit einer Freundin hingefahren, die während der Aussprache im Auto wartete. Und Z. hat das Treffen auch heimlich aufgenommen.
Als die Vorsitzende die 50 Sekunden lange Aufnahme abspielte, herrschte eine bedrückende Stille: „Alles gut bei dir“, war der Ungar zuerst zu hören. Nach ein paar Worten auf Englisch verabschiedete sich die 34-Jährige. Er sagte noch: „Warte kurz“, sie erwiderte: „Warum?“ Dann folgten undeutliche, wohl beleidigende Worte von ihm – und der Schuss.
Entlarvende Chatnachrichten
Seit 2019 sei der gelernte Koch hierzulande saisonal beschäftigt gewesen. 2024 lernte der Ungar sein späteres Opfer bei der Arbeit in einem Hotel im Pinzgau kennen. Von Februar bis Oktober 2024 hatten sie eine Beziehung, die Jenny Z. selbst beendete. Danach hatten sie via Chats Kontakt. Dabei zitierte die Vorsitzende entlarvende Sätze, die der 33-Jährige verfasste: „Du hast die Chance bekommen, aber sie nicht ergriffen, Lügnerin. Du kannst dich nicht vor mir verstecken. Ich werde dich jagen, niemand kann mich stoppen. Ich werde dein Leben zum Albtraum machen.“
Obwohl ihn Zeugen als eifersüchtig und kontrollierend beschrieben, sah er das selbst nicht so: Er wolle nur, wie jeder andere, wissen, wo seine Partnerin sei, was sie tue. Auch bei weiteren Fragen wich er aus: Die legal erworbene Tatwaffe – ein Revolver-Karabiner – habe er nicht wegen Jennifer gekauft, sondern „aus Selbstschutz“.
Und das spätere Flucht-Fahrzeug habe er nur für einen „Großeinkauf“ für drei Tage angemietet. Zum Moment der Schussabgabe sagte er nur: „Es kam plötzlich ein Gedanke. Ich hatte das Gefühl, dass ich das tun muss. Ich weiß, dass ich abgedrückt habe. Es hätte nicht passieren dürfen.“ Nach der Tat ergriff er sofort die Flucht: zuerst mit dem Miet-Auto nach München und von dort aus weiter per Bahn in die Niederlande. Fünf Tage später fassten ihn Zielfahnder in Utrecht.
Psychische Erkrankungen wurden bei ihm keine festgestellt: „Aber es gibt Hinweise auf ein verringertes Selbstwertgefühl, eine gelockerte Impulskontrolle und eine auffällige Persönlichkeit“, berichtete Neuropsychiaterin Gabriele Wörgötter. Der Ungar halte Frustration schlecht aus, sei eifersüchtig und kränkbar. Und sie sagte auch: „Die Tat ist als geplant und zielgerichtet zu beurteilen.“
Einstimmiges Urteil
Bereits am Nachmittag waren sich die acht Geschworenen einig: einstimmig schuldig wegen Mordes, lebenslange Haft! Das Urteil ist nicht rechtskräftig.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.