Angst um Versorgung

Wirbel um „allein gelassenen“ Turnusarzt im Spital

Niederösterreich
20.01.2026 06:30

„Die medizinische Versorgung ist nicht mehr gegeben. Da funktioniert grad gar nix“, betont Gmünds früherer Spitalsdirektor Karl Binder. Der NÖ Klinikbetreiber Landesgesundheitsagentur (LGA) dementiert das hingegen, stellt seine Sicht dar und bekommt dabei Rückendeckung von der Ärtzekammer.

Karl Binder ging als kaufmännischer Chef des Spitals Gmünd vor mehr als einem Jahr in Pension. Nun schlägt er Alarm, denn die medizinische Versorgung der Region sei mit dem stillen Niederfahren der Klinikstrukturen, problematischen Sekundärtransporten und vielem mehr nicht mehr gegeben. Der Ex-Direktor mahnt das Versprechen von Politik und LGA ein, zuerst Ersatz zu schaffen, bevor man bestehende Strukturen zerstört.

Bedingungen für Turnusarzt Thema
Eines der vielen Probleme – die wie er auch viele weitere Fachkundige ansprechen – sei, dass seit Neujahr auch Turnusärzte zu Randzeiten alleine gelassen werden. Zumindest in einem Fachgebiet. Darauf weist auch ein geleaktes Dokument der Landesgesundheitsagentur (LGA) hin, worin steht, dass der Turnusarzt bei der Erstversorgung mögliche „Zweifel“ mit dem Orthopäden in Zwettl abklären soll.

Klinikverbund und nicht Standort
Die LGA verweist auf die seit vielen Jahren intensive Zusammenarbeit des Spitalsnetzwerks Waldviertel. Internist, Anästhesist und Notarzt (solange er keinen Einsatz hat) würden rund um die Uhr in der Notfallambulanz Gmünd bereitstehen. Weitere medizinische Versorgung gebe es in den anderen Kliniken. Im Waldviertel sind das je nach Fachbereich Zwettl, zum Teil noch Waidhofen an der Thaya und Horn.

Ärztliche Leiterin: „Kein Alleinlassen“
„Kein Turnusarzt wird im Dienst alleine gelassen. Es gibt eine klare Vorgehensweise, was ein Arzt in Ausbildung machen kann und darf“, so die ärztliche Direktorin Julia Dlask, die betont, dass die Ausbildung in der Kernarbeitszeit erfolge. Bisher gäbe es auch keine Beschwerden. „Im Gegenteil: Alle am Standort sind top ausgebildet, hoch engagiert und leisten tolle Arbeit“, so Dlask.

Ärztekammer-Präsident: „Arbeiten gerne mit“
Ärztekammer-NÖ-Präsident Harald Schlögel meint, dass man jederzeit bereit sei, an der Neugestaltung der medizinischen Versorgung mitzuwirken, die Kammer dafür aber nicht verantwortlich sei.

Rechtlich gesehen ortet er keine Verfehlung des Klinikverbunds Gmünd-Waidhofen-Zwettl – nicht aber den Standort alleine betreffend. „Häufig wird der Begriff Turnusarzt fehlinterpretiert, er kann auch am Ende der Ausbildung stehen“, so Schlögel. Laut „Krone“-Infos ist in Gmünd jedoch ein Mediziner am Beginn seiner Ausbildung am Werk.

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