Hund grub wie wild

Lawine auf Zugspitze: So fand „Nessi“ Todesopfer

Tirol
07.12.2025 12:00

Nur mit den eigenen Pfoten hat die dreijährige Suchhündin „Nessi“ des Tiroler Bergretters Josef Vögele am Samstag den verschütteten Deutschen auf der Zugspitze bis zum Kopf frei gegraben. Hundeführer Vögele schildert den dramatischen Einsatz, bei dem letztlich leider jede Hilfe zu spät kam.

Rund 30 Jahre gehört Vögele bereits der Ortsstelle Schönwies (Bezirk Landeck) der Tiroler Bergrettung an. Labradordame „Nessi“ ist der erste Lawinenhund, mit dem der 59-Jährige seit rund einem Jahr im Einsatz steht.

Alarm kam während Skitour
Am Samstag befand sich der Imsterberger gerade mit „Nessi“ auf einer Skitour, als der Lawinenabgang auf der Stopselzieherroute zum Gipfel der Zugspitze bekannt wurde. Ein Verschütteter war gemeldet. „Der Notarzthubschrauber Martin 2 hat mich und ,Nessi‘ kurz vor 10 Uhr nach Ehrwald geflogen“, schildert Vögele im Gespräch mit der „Krone“.

„Nessi“ auf dem Lawinenkegel – die Labradorhündin fand das Opfer.
„Nessi“ auf dem Lawinenkegel – die Labradorhündin fand das Opfer.(Bild: Zvg)

Schwierige Verhältnisse vor Ort
Die Verhältnisse vor Ort gestalteten sich für die drei Helis, die alarmiert wurden, freilich schwierig. „Die Schneemassen lagen direkt unter dem Tragseil der Zugspitzbahn, wegen des Winds war ein Landen kaum möglich“, sagt Vögele. Dennoch gelang es dann dem Polizeihubschrauber Libelle Tirol und Martin 2 Hundeführer zum Lawinenkegel zu bringen.

„Der Rucksack des Verschütteten wurde im unteren Bereich entdeckt, Nessi hat Nüsse, die herausgefallen waren, wahrgenommen und zeigte sich aufgeregt. Ich habe sie beruhigt und dann neu losgeschickt.“

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Da habe ich gesehen, wie sie wild mit den Vorderpfoten buddelte. Das Opfer befand sich nur rund 40 Zentimeter tief in den Schneemassen.

Josef Vögele, Lawinenhundeführer

„Nessi“ verschwand in Mulde
Die Labradorhündin rannte daraufhin den Kegel nach oben und verschwand ganz oben in einer Mulde. Vögele eilte deshalb auch ganz hinauf. „Da habe ich gesehen, wie sie wild mit den Vorderpfoten buddelte“, schildert er. Sie hatte das Opfer gefunden und sich bereits bis zum Kopf und zu den Armen durchgegraben.

Nur 40 Zentimeter tief in der Lawine
„Ich habe dann sofort selbst mit der Schaufel gegraben und den Burschen gegen 10.30 Uhr freigeschaufelt. Er befand sich bloß rund 40 Zentimeter tief in der Lawine“, schildert der erfahrene Bergretter. Inzwischen waren weitere Rettungskräfte hinzugeeilt, die Notärzte versuchten verzweifelt, den jungen Mann zu reanimieren.

Nach ungefähr einer halben Stunde mussten sie aufgeben. Der Deutsche hatte beim Absturz wohl zu schwere Verletzungen erlitten. Die Libelle Tirol flog den Toten schließlich ins Tal.

Es war einer der ersten Lawineneinsätze für „Nessi“, die der Lawinenhundestaffel des Bezirks Landeck angehört und im Jänner vier Jahre alt wird.

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