Jetzt ist es fix!

Peter Eder bewirbt sich als Salzburger SPÖ-Chef

Salzburg
28.11.2025 14:00

Was die „Krone“ schon Anfang November berichtete, bestätigt Salzburgs Arbeiterkammer-Präsident Peter Eder nun offiziell: Er wird sich um den SPÖ-Parteivorsitz bewerben. Schon jetzt hagelt es Kritik von anderen Parteien. Denn Arbeiterkammer-Präsident will er bleiben. 

Peter Eder als Salzburger SPÖ-Chef – das haben sich viele Parteigenossen schon seit Jahren gewünscht. Er wurde schon 2020 als Nachfolger von Walter Steidl gehandelt. Doch der Arbeiterkammer-Präsident hat stets abgewunken, was ihm wiederum auch parteiintern Kritik eingebracht hat.

Erst mit dem Rücktritt von David Egger-Kranzinger Ende 2024 als Parteichef steht Eder auch bei der SPÖ an vorderster Front, allerdings nur interimistisch und in Form einer Dreierspitze gemeinsam mit den Landtagsabgeordneten Barbara Thöny und Bettina Brandauer. 

Derzeit hat Salzburgs SPÖ noch eine Dreierspitze: Bettina Brandauer, Barbara Thöny und Peter ...
Derzeit hat Salzburgs SPÖ noch eine Dreierspitze: Bettina Brandauer, Barbara Thöny und Peter Eder.(Bild: Markus Tschepp)

Bei der letzten Landtagswahl im Jahr 2023 erzielten die Sozialdemokraten mit 17,9 Prozent (minus 2,2 Prozentpunkte gegenüber 2019) ihr historisch schlechtestes Ergebnis. Oft spekulierte man, wer die Partei als alleiniger Chef in die Zukunft und in die nächste Wahl führen soll. Heißester Kandidat war stets Eder, doch der zierte sich immer wieder – bis heute.

Zur Person

  • Peter Eder wurde am 4. September 1969 in Schwarzach geboren.
  • Schon während seiner Lehre zum Maschinenschlosser in der Salzburger Aluminium AG (SAG) engagierte sich Peter Eder als Jugendvertrauensrat. Mit 22 Jahren wurde er Jugendreferent, später Jugendsekretär beim ÖGB.
  • 1995 wechselte Peter Eder in die Metallergewerkschaft. Nach Fusionen mit anderen Gewerkschaften wurde er 2013 Landessekretär der Gewerkschaft PRO-GE.
  • Während der vergangenen zwei Jahrzehnte war der Peter Eder in der Kommunalpolitik für die Sozialdemokratische Partei aktiv, zu Beginn in Lend, ab 2002 in seinem neuen Heimatort Bürmoos. 
  • Ab 2004 wurde Peter Eder als SPÖ-Kandidat Vizebürgermeister von Bürmoos, von 2009 bis 2018 leitete er als Bürgermeister die Geschicke.
  • Am 23. März 2018 folgte Eders Wahl zum Präsidenten der Arbeiterkammer Salzburg.
  • Seit dem 1. Jänner 2025 gehört Eder der interimistischen Führung der SPÖ Salzburg an.
  • Peter Eder lebt in Bürmoos, ist verheiratet, hat zwei Kinder und einen Hund.

Offizielle Wahl wohl im Juni
Am 13. Juni soll er offiziell gewählt werden. Dann tagen die Sozialdemokraten in Bischofshofen. Eder hat jedenfalls schon einige Unterstützer hinter sich versammelt.

Bei einem Medientermin am Freitag sprachen ihm die Bürgermeister Bernhard Auinger (Stadt Salzburg), Gerorg Djundja (Oberndorf), Hansjörg Obinger (Bischofshofen) und Alexander Stangassinger (Hallein) sowie die Bürgermeisterinnen Cornelia Ecker (Bürmoos) und Tanja Kreer (Straßwalchen) ihr Vertrauen aus. 

Kritik von anderen Parteien

Sind SPÖ-Vorsitz und AK-Präsident vereinbar? Sollte er zum SPÖ-Chef gewählt werden, will Eder den ehrenamtlichen ÖGB-Vorsitz abgeben. Arbeiterkammer-Präsident will er aber auch weiterhin bleiben, teilte er am Freitag mit. 

Schon seit der interimistischen Übernahme ist Eder mit Kritik konfrontiert, die seit der offiziellen Verkündung seiner Kandidatur weiter geht. „Peter Eder hat heute den ,Black Friday‘ auf seine Art begangen: Während der Handel an diesem Tag auf günstige Preise setzt, ist bei den Sozialdemokraten ein Präsidenten-Gehalt gerade gut genug“, wettert ÖVP-Landesgeschäftsführer Nikolaus Stampfer. Sein Argument: Eder kassierte weiter als AK-Präsident alle Arbeitnehmer ab, arbeite aber ausschließlich für die SPÖ und setzt sich gleich mehrere Hüte auf. Hinzu kommt für Stampfer das lange Zaudern Eders mit seiner Entscheidung. 

Peter Eder am Bahnhof von Bürmoos mit zahlreichen SPÖ-Vertretern
Peter Eder am Bahnhof von Bürmoos mit zahlreichen SPÖ-Vertretern(Bild: Magdalena Mistelberger)

An der Doppelfunktion stört sich auch die KPÖ Plus. „Wenn Peter Eder glaubt, mit der Doppelfunktion durchzukommen und die Arbeiterkammer als Wahlhelferin zu instrumentalisieren, schadet er der AK und ihren Mitgliedern“, sagt Klubvorsitzende Natalie Hangöbl in einer Aussendung. Doch die Offenheit Eders für eine Zusammenarbeit mit der FPÖ sieht sie kritisch. 

„Würde gemeinsame Sache mit Putin-Freunden machen“
Daran schließen sich die Grünen an. Landessprecherin Martina Berthold gratuliert Eder zu seinem „Mut zur Spitze“, aber: „Mit dieser Entscheidung steht ein Mann an der Spitze der Salzburger Sozialdemokratie, der auch mit der FPÖ koalieren würde. Ein Mann, der auch mit Putin-Freunden gemeinsame Sache machen würde.

Sebastian Schwaighofer, Landesparteisekretär der Freiheitlichen, ätzt über den „Sprung vom überheblichen Kammerbonzen zum selbsternannten sozialistischen Retter“. 

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