"El Chapo" in Haft

Mexikaner demonstrierten gegen Auslieferung

Ausland
27.02.2014 06:40
Nicht nur die mexikanische Regierung will dem am Wochenende gefassten Drogenboss Joaquin "El Chapo" Guzman noch vor einer Auslieferung den Prozess machen, auch die Bevölkerung spricht sich dafür aus. Aus diesem Grund haben am Mittwoch Hunderte Menschen im Westen Mexikos gegen die Auslieferung Guzmans demonstriert.

In Culiacan, der Hauptstadt des Bundesstaates Sinaloa, gingen weiß gekleidete Frauen, Kinder und Jugendliche für den mächtigen Kartellchef auf die Straße, wie die Zeitung "El Universal" berichtete.

USA haben noch keine Auslieferung beantragt
Auch in Guamuchil demonstrierten zahlreiche Menschen gegen eine Überstellung des Chefs des Sinaloa-Kartells und für einen gerechten Prozess. In den Vereinigten Staaten sind zahlreiche Verfahren gegen Guzman anhängig. Bisher haben die US-Behörden noch keinen Auslieferungsantrag gestellt.

Unterdessen hat sich ein regelrechter "Narco-Tourismus" rund um den bisherigen Wohnsitz "El Chapos" herausgebildet. Zahlreiche Urlauber ließen sich in der Küstenstadt Mazatlan vor der Apartment-Anlage fotografieren, in der "El Chapo" am Wochenende gefasst wurde, berichten lokale Medien.

Hotelverband plant "El Chapo"-Museum
Taxifahrer würden zudem spezielle "Narco-Touren" anbieten. Die Tourismusindustrie könne sich die Aufmerksamkeit zunutze machen, sagte der Präsident des iberoamerikanischen Hotelverbandes, Armando de la Cruz Uribe, der Zeitung "El Universal". Beispielsweise könnte in dem letzten Unterschlupf von "El Chapo" ein Museum eingerichtet werden, um weitere Touristen anzulocken.

Lied zu Ehren Guzmans komponiert
Sogar ein Lied zu Ehren des Drogenbosses ist bereits komponiert worden. "La captura del Chapo" ("Die Festnahme von 'El Chapo'") ist bereits auf YouTube zu hören und soll in Kürze auf einer CD des Musikers Gonzalo Pena erscheinen.

"Der Regierung ist ein dicker Fisch ins Netz gegangen, auf fünf Kontinenten war er der Übervater", heißt es in dem Lied über Guzman. "Er ist eine bekannte Persönlichkeit und im Moment wird über nichts anderes gesprochen", sagte Pena am Mittwoch im Interview der Zeitung "La Jornada". Songs zu Ehren von bekannten Drogenhändlern - sogenannte "Narcocorridos" - sind in Mexiko äußerst populär.

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