Der Alpenverein forstet beim Karl-Lechner-Haus am Stuhleck eine rund zwei Hektar große Fläche als Schutzwald auf. Unter tatkräftiger Mitarbeit von neun freiwilligen Helfern werden 1200 Jungbäume und -pflanzen gesetzt. Die Bedingungen sind mitunter rau.
Trotz anhaltenden Regen am Dienstag schaffte man ein Tagespensum von zweimal vier Stunden: Die Motivation der ehrenamtlichen (auch internationalen) Helferinnen und Helfer ist enorm, sagt Projektleiter Rainer Vogl. Darunter sind eine Studentin der Veterinärmedizin aus Ungarn und eine tschechische Studentin, die über das Projekt online gelesen hat. Das Team im Alter zwischen 16 und 30 Jahren erhält als Gegenleistung für den körperlichen Einsatz Kost und Quartier im Alois-Günther-Haus auf fast 1800 Meter Seehöhe.
Bis zum Ende der Woche ist noch viel Arbeit zu leisten: Zunächst muss gerodet werden, mit der Wiedehopfhacke wird die Pflanzgrube ausgehoben, die Setzlinge werden dann nach Plan verteilt. Insgesamt sollen 400 Lärchen, 112 Weißbirken, 200 Winterlinden, 180 Schwarzerlen und je 100 Ebereschen und Haselnussstauden gesetzt werden– letztere sind als Nahrungspflanzen für die Tierwelt bestimmt.
Viele Jungpflanzen überleben nicht
Die Aufforstung dient vor allem dem Schutz vor Lawinen und Bodenerosion. Aber nur zwischen einem Drittel und der Hälfte der Jungpflanzen wird überleben – und das trotz Verbissgitter und Fegschutzröhren, die davor schützen sollen, dass Hirsche ihre Geweihe an den kleinen Bäumen reiben.
Die Spitaler Bürgermeisterin Maria Fischer bedankt sich im Namen der Gemeinde bei den Teilnehmern. Sie sieht die Gemeinden vor neue Herausforderungen gestellt: So treten durch den Klimawandel vermehrt punktuelle Starkregen auf, die zu Schäden führen.
Umweltbaustellen sind Projekte der Alpenvereinsjugend, welche seit 1986 in ganz Österreich stattfinden. Eine Woche lang arbeiten junge Erwachsene im Alter von 16 bis 30 Jahren unentgeltlich, gegen Kost und Logis, an der Erhaltung und Pflege von Österreichs Lebensräumen. Tätigkeiten aus verschiedenen Arbeitsbereichen wie zum Beispiel Erosionsschutz und Renaturierung, Nationalparks und Schutzgebiete oder Bergwald und Wege stehen zur Auswahl. Außerdem werden gemeinsame Freizeitaktivitäten angeboten.
Fichten halten Klimawandel nicht stand
Wie wichtig es ist, sich über sinnvolle Aufforstung den Kopf zu zerbrechen, macht auch Michaela Peer, sie leitet das Bundesforste-Forstrevier Mürzzuschlag, deutlich: „Die Gewitter werden punktueller, die Sommer wärmer, die Winter schwächer – die Baumarten in den Wäldern werden sich verändern müssen. Wir sehen bereits jetzt, dass die Fichten als Flachwurzler in den unteren Regionen bis etwa 1200 oder 1300 Meter Höhe dem Klimawandel nicht standhalten können. Wir können es uns nicht leisten, nichts zu tun.“
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