Behutsam wagt sich die neue steirische ÖVP-Chefin Manuela Khom an einen Umbau ihrer Partei – der nach dem Verlust des Landeshauptmannsessels dringend notwendig ist. Das Zeug dazu hat sie, die hemdsärmelige Politikerin, die „klein“ als Gemeinderätin angefangen hat, kommt bei der schwarzen Basis gut an. Erste Amtshandlung: Die traditionelle Abgeordnetenkonferenz wird neu aufgesetzt.
Mit erstaunlicher Geschwindigkeit hat Manuela Khom – nach Christopher Drexler „Plötzlich-Parteichefin“ – in ihre neue Rolle gefunden. In- und extern verfestigt sich der Eindruck: Hier ist jemand gekommen, um zu bleiben!
Den ersten deutlichen Akzent setzt die Murauerin beim jährlichen „Hochamt“ der Partei, der traditionellen Abgeordnetenkonferenz des Landtagsklubs. Nach „Krone“-Informationen wird diese in einer Woche, am 10. und 11. April, in einem neuen Format über die Bühne gehen. Nicht nur inhaltlich wählt Khom einen anderen Zugang, sondern auch, was den Ort der Veranstaltung betrifft. Statt wie in den meisten Jahren zuvor in St. Kathrein am Offenegg (etwa von 2006 bis 2015 oder von 2022 bis 2024) treffen sich schwarze Landtags- und Nationalratsabgeordnete, Mitglieder des erweiterten Landesparteivorstands, Obleute der Teilorganisationen und ÖVP-Mitarbeiter in Khoms obersteirischer Heimat. Im malerischen Stift St. Lambrecht findet die erste „Klausur.Tagung“ (statt bisher „Abgeordnetenkonferenz“) statt, „an einem Ort der Geschichte, des Wissens, der Werte“, wie die Parteichefin betont.
Ziel sei es, „als Team gestärkt aus dieser Klausur hervorzugehen“, sagt Manuela Khom im Gespräch mit der „Krone“: „Wir rücken unsere Werte in den Mittelpunkt. Die Situation nach der Landtagswahl war durchaus turbulent, seitdem arbeiten wir daran, wieder mehr Stabilität und Verlässlichkeit herzustellen. Das Stift St. Lambrecht bietet den idealen Raum, um über die Arbeit, Positionen und Auftreten unserer Partei nach außen hin nachzudenken!“
Zotter als Gastredner
In Mittelpunkt sollen diesmal tatsächlich die Abgeordneten und nicht, wie häufig in den Jahren zuvor, die Landesregierer stehen. Gastredner wird auch kein Wirtschafts-Speaker sein, sondern Chocolatier Josef Zotter. „Als Schokofabrikant, Bauernhofromantiker und Andersmacher.“
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