Gravierende Verschlechterung der Versorgung wird durch die Schließung von Stützpunkten befürchtet. In Purkersdorf und Ybbs formiert sich bereits Widerstand gegen die von der Landespolitik beschlossene Maßnahme.
„Diese im Gesundheitspakt 2040 kaltherzig gefällte Entscheidung ist lebensgefährlich!“ Listen-Stadtrat Dr. Dr. Josef Baum bringt drastisch auf den Punkt, was viele denken: „Ein Notarzt, der zu spät oder gar nicht kommt, kann den Unterschied zwischen Leben und Tod bedeuten. Die Bevölkerung darf nicht zum Opfer von Sparmaßnahmen werden. Die Erhaltung des Stützpunkts ist nicht nur eine Frage der Gesundheitsverwaltung – sie ist eine Frage der Verantwortung.“ Seine Worte spiegeln die Sorgen der gesamten Region wider. Denn innerhalb weniger Stunden wurde eine überparteiliche Petition zum Erhalt des Notarztwagen-Stützpunkts von fast 5000 besorgen Menschen unterzeichnet.
„Angedachte Alternativen wie bessere Sanitäterausbildung, mehr Telemedizin, Helikopter ersetzen den Notarzt nicht.“
Stadtrat Josef Baum, Purkersdorf
Mehr Todesfälle befürchtet
Baums Argumente – ebenso wie jene des Ybbser SPÖ-Vizebürgermeisters Dominic Schlatter, der im Bezirk Melk für die Erhaltung des Notarztes eintritt: „Die Stützpunkte garantieren eine schnelle Verfügbarkeit eines Notfallmediziners, der gemeinsam mit dem Rettungsdienst lebenserhaltende Maßnahmen durchführt. Sie überbrücken die kritische Zeit und sind bis zur Einlieferung in ein Spital entscheidend.“ Im Raum stünden eine erhöhte Sterblichkeitsrate bei Notfällen wie Herzinfarkten oder Schlaganfällen, heißt es. Der Spezialfall Purkersdorf im Herzen des Wienerwalds: Dort ist der NEF-Stützpunkt auch deswegen wichtig, weil in der Region zwar oft ein Wiener Spital näher wäre, aber durch die strikte Behandlungs-Trennung der Bundesländer in der Regel längere Wege zu blau-gelben Spitälern gewählt werden.
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