Überall werden Fachkräfte gesucht, auch offene Lehrstellen sind beim AMS gemeldet. Doch immer mehr Junge sind ohne Arbeit.
Auf den ersten Blick ist die aktuelle Statistik des Arbeitsmarktservice (AMS) gar nicht so trist. In Niederösterreich ist die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem März des Vorjahres nur um 2,4 Prozent gestiegen – das ist der niedrigste Zuwachs unter allen Bundesländern. Allerdings: Der zweite Blick geht dennoch ins Trübe. Denn mit 45.528 als arbeitslos gemeldeten Personen beheimatet das größte Bundesland nach Wien die meisten Menschen ohne Jobs.
Lichtblick – oder doch nicht?
Vor allem für die Jugend sieht AMS-Chefin Sandra Kern aber einen Lichtblick. „Der Fachkräftemangel der heimischen Unternehmen wird in Zukunft zunehmen, da viele Menschen mit Lehrabschluss in den nächsten Jahren in Pension gehen“, prognostiziert sie für Jugendliche „eine gute Ausgangssituation“. Allerdings: Bis auf den Arbeitsmarkt scheint sich das noch nicht herumgesprochen zu haben. Denn gerade im Alterssegment bis 24 Jahre fällt im März der Anstieg der Arbeitslosigkeit mit einem Plus von 5,8 Prozent am allerstärksten aus. Zum Vergleich: Bei der Generation 50+ gab es nur einen Zuwachs von 2,7 Prozent.
Bauwirtschaft zieht langsam an
Verschoben haben sich die Jobverluste auch innerhalb der Branchen. So gingen die meisten Arbeitsplätze bei technischen Dienstleistungen verloren. Im Bauwesen sank hingegen die Arbeitslosigkeit. Und auch bei der Arbeitskräfte-Nachfrage gibt es große Unterschiede. So ist die Zahl der freien Stellen im Gesundheitswesen in Niederösterreich innerhalb eines Jahres um mehr als 10 Prozent gestiegen, in der Gastronomie hingegen um über 20 Prozent gesunken.
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