Der umstrittene „Brauch“ zum 30er sorgt für den nächsten Aufreger im Waldviertel. Dieses Mal wurde ein Wildschweinkopf vor dem Haus des Jubilars platziert. Tierschützer erstatteten wieder Anzeige.
Eine „Geschenk“ zum 30. Geburtstag hat erneut Tierschützer auf den Plan gerufen, dieses Mal in Altenburg im Bezirk Horn. Denn dem Jubilar war von seinen Freunden neben einem Plakat ein Wildschweinkopf platziert worden. Der Verein „RespekTiere“ hat daraufhin Anzeige erstattet. „Es ist ärgerlich, dass in so kurzer Zeit erneut ein solcher Vorfall passiert ist“, so Obmann Tom Putzgruber.
Zur Erinnerung: Erst Ende Jänner hatte ein unverheirateter Mann – so der „Brauch“ – zum 30er bei Langenlois im Bezirk Krems gleich elf Schweineköpfe erhalten, die auf einem hohen Holzgerüst zur Schau gestellt wurden. Auch damals war eine Anzeige erstattet worden.
Putzgruber hat nun auch den aktuellen Vorfall bei Polizei, Bezirkshauptmannschaft und Tierschutzombudsfrau gemeldet. Weil es sich dieses Mal um ein Wildschwein handelt, wird wohl nicht wegen eines Verstoßes gegen das Tiermaterialiengesetz ermittelt. „Es ist aber aus Seuchenschutz- und jagdrechtlichen Gründen nicht in Ordnung“, erklärt Bezirkshauptmann Stefan Grusch.
Dauer spielt keine Rolle
Im Mittelpunkt der Erhebungen stehen dabei wieder die Gratulanten. Auch wenn der Jubilar den Tierkopf angeblich schon mehrere Tage hängen ließ. „Die Dauer ist im Seuchenrecht nicht das Thema. Es sieht aber ganz allgemein vor, dass tierische Produkte nicht im Ortsgebiet abgelagert werden dürfen“, so Grusch. Ob es zu einer Geldstrafe kommen wird, sei noch völlig offen.
Das ist jedoch auch für Putzgruber nur nebensächlich. „Ich will niemandem finanziell schaden. Die Betroffenen sehen es jedoch meist als Kavaliersdelikt. Es sollte das Einsehen kommen, dass es einfach nur dumm und grausig ist und man mit diesem falschen Brauch aufhören soll“, betont der Tierschützer.
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