In Haringsee konnte am Montag ein außergewöhnlicher Erfolg im Artenschutz gefeiert werden: Ein Seeadler, der vor einigen Tagen mit einem Schädel-Hirntrauma gefunden wurde, wurde wieder in die Freiheit entlassen. Der Vogel war einem Spaziergänger aufgefallen, da er Schwierigkeiten hatte, vom Boden abzuheben und nur kurze Strecken flog.
Laut Dr. Hans Frey, wissenschaftlicher Leiter der Eulen und Greifvogelstation (EGS), deuten die unauffälligen Blutwerte und das Fehlen sichtbarer Verletzungen auf ein Schädel-Hirntrauma hin. „Solche Verletzungen können durch einen Zusammenstoß mit einem Fahrzeug oder einem anderen Hindernis entstehen, aber auch durch einen Revierkampf unter erwachsenen Seeadlern, die in der Brutzeit häufig sind“, erklärte Dr. Frey.
Das EGS-Team verabreichte dem Vogel mehrere Tage lang Medikamente, bevor er nun wieder fit genug war, um in die Natur zurückzukehren. Vor der Auswilderung erhielt der Seeadler im Rahmen eines Forschungsprojekts des WWF Österreich einen Sender, um wichtige Daten über seine Flugrouten und sein Paarungsverhalten zu sammeln. „Der Seeadler wurde bereits 2021 im Nationalpark Donau-Auen beringt und besendert, der ursprüngliche Sender ging jedoch verloren“, erklärte WWF-Artenschutzexperte Christian Pichler.
Der Seeadler gehört in Europa zu den streng geschützten Arten und galt in Österreich noch vor wenigen Jahrzehnten als ausgestorben. Dank erfolgreicher Schutzmaßnahmen ist die Zahl der Brutpaare mittlerweile auf rund 70 angewachsen.
Schrotmunition größte Gefahr
Dennoch gibt es weiterhin zahlreiche Gefahren für den majestätischen Vogel. Eine der größten Bedrohungen stellt die Jagd auf Wasservögel dar, bei der oft bleihaltige Schrotkörner verwendet werden. Diese können von Seeadlern aufgenommen werden, wenn sie verletzte oder verendete Beutetiere fressen, was zu einer tödlichen Bleivergiftung führen kann. Das Jagdverbot für bleihaltige Munition in Feuchtgebieten ist ein wichtiger Schritt, um diese Gefahr zu minimieren.
„Es gibt aus Artenschutzsicht viele Gründe, warum der Seeadler in unsere Natur gehört, aber er ist auch ein Individuum mit Bedürfnissen. Es ist jedes Mal ein bewegender Moment, einem so beeindruckenden Tier die Freiheit zurückzugeben“, so Dr. Frey.
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Dank intensiver Schutzmaßnahmen und wachsender Bestände fühlt sich der Seeadler in Österreich wieder heimisch. Besonders die Donauauen, das Waldviertel und der Nationalpark Donau-Auen bieten ideale Lebensräume für die Tiere. Trotz der Fortschritte bleibt die Art weiterhin auf Schutz und Forschung angewiesen, um langfristig zu überleben.
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