Schauspieler August Schmölzer wirft in seinem neuen Roman einen liebevollen, aber auch kritischen Blick auf die Heimat. Die „Krone“ hat den Steirer getroffen und mit ihm über sein Verhältnis zu Heimat und Politik gesprochen.
„Heimat ist für mich dort, wo ich das erste große Glück erfahren habe – aber auch den ersten großen Schmerz“, sagt August Schmölzer. In einer Zeit, in der der Begriff Heimat zu einem Kampfbegriff geworden ist, hat der steirische Schauspieler einen Roman unter dem Titel „Heimat“ geschrieben. „Ich war ja viele Jahre weg und bin vor einigen Jahren nach St. Stefan ob Stainz zurückgezogen. Und da sind viele Gefühle wieder hochgekommen, die ich mit der Heimat verbunden habe – positive, wie negative. Die wollte ich beschreiben.“
„Ich bin ein Geschichtenerzähler“
Eine Autobiografie jedoch sollte es nicht werden. „Das finde ich uninteressant. Ich wollte meine Gefühle lieber in eine Geschichte packen, ich bin ja ein Geschichtenerzähler“, sagt er. Und so hat er eine Geschichte über einen pensionierten Gendarmen erfunden, der sich am Hof einer alten Bäuerin in der Südweststeiermark niederlässt und dort zum Zeugen wird, wie große und kleine Wunden der Vergangenheit wieder aufbrechen, als eine Leiche auftaucht. „Es ist aber kein klassischer Krimi“, sagt Schmölzer. Er beschreibt darin den Alltag der Menschen, erzählt von der Liebe und auch von der Politik: „Sie alle haben unterschiedliche Vorstellungen davon, was Heimat ist – und wie sie es für sich erklären und nutzen können, das hat mich interessiert.“
Schmölzer selbst beschreibt das Buch als eine „Liebeserklärung“ – auch wenn er darin viel Kritik verpackt hat: „Es geht mir weder um Heimattümelei auf der einen noch um eine Anklage auf der anderen Seite, sondern um einen ehrlichen Blick auf unser Leben. Die Heimat ist ja keine Schublade, sondern die Welt, die uns umgibt.“
„Ein liebevoller, aber ambivalenter Blick“
Dass sein Buch nun genau vor der Landtagswahl in der Steiermark erscheint, ist zwar ein Zufall, aber für Schmölzer dennoch passend: „Es gibt ja derzeit schon irrsinnige Sachen, die da im Wahlkampf im Namen der Heimat behauptet und gefordert werden. Da ist es für mich schon wichtig, mit meinem Buch einen zwar liebevollen, aber auch ambivalenten Blick auf die Heimat zu werfen“, sagt Schmölzer.
Er selbst setzt sich zwar für eine „liberale Demokratie ein“, die er in der Steiermark am ehesten „in einer großen Koalition zwischen ÖVP und SPÖ erfüllt sieht“, aber er sagt auch: „Wenn es anders kommt, werden wir das auch überleben. Ich hoffe nur, dass es uns nicht zu viel Geld kostet und nicht zu plump wird.“ Und weiter: „Wenn die Gesellschaft nicht will, dass die FPÖ loszieht und ihre Ideen umsetzt, dann muss sie auch mutig genug sein, dagegen aufzustehen. Denn was Heimat ist und wie sie aussieht, das entscheiden immer noch wir selbst.“
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