200 Teneriffa-Urlauber warteten ohne Informationen seit Freitag auf ihren bisher mehrmals abgesagten Heimflug. Sie wurden sowohl von der Fluglinie als auch vom Flughafen-Personal im Regen stehen gelassen.
Nach drei erholsamen Urlaubswochen auf Teneriffa freuten sich Heinrich und Gerda Seiler aus Innsbruck am Freitag wieder auf ihr Zuhause. Doch dazu kam es nicht. Stattdessen saßen sie ohne Informationen der Fluglinie Condor zusammen mit rund 200 österreichischen und deutschen Urlaubern auf der Kanareninsel fest.
Zum großen Unmut des bekannten Gastronomen-Ehepaares Seiler, für das der herbstliche Urlaub ein ungeplantes Ende nahm, wie Gerda Seiler im Telefongespräch mit der „Krone“ erklärte: „Es waren drei traumhafte und erholsame Wochen, welche wir in Adeje mit seinen wunderbaren Stränden verbrachten. Wir waren schon ein wenig traurig, dass der vergangene Freitag den Tag der Heimreise für uns darstellte. Aber dass wir seither von der zuständigen Fluglinie so richtig kalt im Regen stehen gelassen wurden, das geht wirklich auf keine Kuhhaut.“
Mehrmals umsonst das Prozedere am Flughafen
Am frühen Abend des 25. Oktober mit zuvor etlichen Stunden an Wartezeit nach dem Einchecken im Flughafen, wurde der Flug ohne Bekanntgabe von Gründen plötzlich gecancelt.
Es ist traurig, dass den Menschen, die am Flughafen warteten, nicht die geringste Hilfe angeboten wurde.
Urlauberin Gerda Seiler aus Innsbruck
Während Dutzende von weiteren Urlaubern, davon viele ältere Menschen sowie Familien mit kleinen Kindern, am Flughafen blieben, ließ sich das Ehepaar Seiler abholen und wurde wieder zu einem zuvor per Handy gebuchten Hotel in Adeje gebracht. Dort wurden sie am Samstag in aller Herrgottsfrühe von einer SMS-Nachricht geweckt. In dieser Nachricht wurde dem Ehepaar mitgeteilt, dass um 10 Uhr der Flug nach München gehen würde.
Sie fuhren erneut zum Flughafen, doch vier Stunden später wurden die Passagiere erneut aufgefordert, wieder auszuchecken – wieder kein Heimflug. Heinrich und Gerda Seiler sowie unzählige weitere Urlauber wollten das Flughafengebäude gerade verlassen, als ein Mitarbeiter aufgeregt auf sie zulief und ihnen zurief, dass sie sofort wieder einchecken sollen, da nun doch ein Flieger für sie ankommen würde.
Nach stundenlangem Warten kam kurz vor Mitternacht die erneute Hiobsbotschaft: Flug wieder gestrichen. Während die Seilers mit ihrem Gepäck wieder ihr Notquartier bezogen, musste viele andere erneut am Flughafen schlafen.
Stillschweigen bei der verantwortlichen Fluglinie
Am Sonntag klang auch die sonst äußerst belastbare Innsbrucker Gastronomin schon ein wenig nervös: „Wir müssen um 15 Uhr wieder einchecken, da um 17.30 Uhr der Rückflug stattfinden soll. Ich weiß aber nicht, ob ich dieser Aussage noch trauen kann.“
Unser Rückflug soll um 17.30 Uhr stattfinden. Ich weiß aber nicht, ob ich dieser Aussage noch trauen kann.
Urlauberin Gerda Seiler
Schlimm in dieser Situation war, dass sie weder von Condor (auch nach mehrmaligen Nachfragen) eine Antwort, geschweige denn eine Lösung für dieses Desaster bekamen, noch, dass sich das Personal am Flughafen Teneriffa Sur in den vergangenen langen Tagen als kooperativ zeigte. Auch schlägt diese ungewollte „Urlaubsverlängerung“ weiter auf die Kasse jedes einzelnen Betroffenen.
Am Sonntagabend sah es so aus, als ob die gestrandeten Teneriffa-Urlauber doch noch den ersehnten Heimflug bekamen. Wir werden berichten.
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