Ein Meilenstein! Die Medizin Uni Innsbruck und ein Tiroler Biotechnologieunternehmen sind federführend bei einer neuen Transportmethode. Nieren aus Schweinekörpern bleiben bis zu 120 Stunden funktionsfähig.
Fünfmal wurden entnommene Schweinenieren mit der neuen Transport-Technologie aus den USA nach Tirol transportiert – und dies weltweit erstmalig bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt. Dabei konnte bewiesen werden: Nach 72 Stunden Transportzeit war das Organ noch voll funktionsfähig!
Bis zu 120 Stunden funktionsfähig
Die in den drei Jahren etablierte Technologie sorgt dafür, dass Nieren bis zu 120 Stunden für eine Transplantation erhalten werden. Ein Teil des Know-hows und das nötige Gerät (Time Seal) kommt vom Tiroler Biotechnologieunternehmen X-Therma. Nach dem Transport werden die Organe im Organ LifeTM Labor in Innsbruck wieder erwärmt.
Lagerung unter null Grad, ohne dass sich Eis bildet
„Organe können für mehrere Tage außerhalb des Körpers unterhalb des Gefrierpunktes gelagert und transportiert werden – und zwar, ohne dass sich dabei Eis bildet“, erklärt Top-Mediziner und Transplantationsforscher Gerald Brandacher, Co-Direktor an der Abteilung für Viszeral-, Transplantations- und Thoraxchirurgie (VTT) der Med Uni Innsbruck.
Weltweiten Organaustausch verbessern?
Die Vorteile? „Wir können damit Organe wesentlich besser übereinstimmen, komplexere Methoden anwenden, um das beste Organ für einen Empfänger zu bekommen, das besser und länger hält“, freut sich der Forscher. Nun könne man sogar andenken, weltweit Organe auszutauschen. Damit erhöhe sich ganz dramatisch der Spenderpool.
Zum Vergleich: Mit vorherigen Transporten war eine Niere nur 24 Stunden erhaltungsfähig.
Modell auch für andere Organe?
Was für Nieren funktioniert, soll indes auch für das Herz, die Leber und andere Organe klappen. Auch dabei zeigte sich Brandacher zuversichtlich. Es gebe bereits „erste Vorversuche“ an der Med Uni, die „sehr vielversprechend“ seien. Man müsse aber hier natürlich eine „Anpassung“ vornehmen – die Organe seien unterschiedlich, etwa was Volumen und Gewebekonsistenz anbelangt.
Auch für andere Organe gibt es erste Vorversuche, die sehr vielversprechend sind.
Gerald Brandacher
So wäre beispielsweise für die Leber ein größerer Transportcontainer für den Flug notwendig. Dringend erforderlich wäre auch hier ein „Meilenstein“, schließlich bleibt derzeit im Falle des Herzens nur vier Stunden Zeit zwischen Entnahme und Transplantation.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.