Seit Jahren sind viele Amtsärzte-Stellen in der Steiermark vakant, die Nachbesetzungen gestalten sich äußerst zäh. Nun will die Landesregierung kurz vor der Wahl noch ein neues Gehaltsschema beschließen. Vor allem für Einsteiger gibt es künftig viel mehr Geld.
Etwas mehr als 28 Vollzeit-Amtsarztstellen sind in der Steiermark vorgesehen, mehr als neun sind aktuell nicht besetzt. Das war auch der Stand im Frühjahr, als die „Krone“ über den sich zuspitzenden Mangel berichtete. Für Jungmediziner sei der Job, meist angesiedelt bei einer Bezirkshauptmannschaft, wenig attraktiv: „Dabei haben wir so viele verschiedene Aufgaben, kein Tag gleicht dem anderen. Und die Arbeitszeiten kann man sehr familienfreundlich gestalten“, warb Rosemarie Gössler, die in Voitsberg tätig und Sprecherin der steirischen Amtsärzte ist.
Damals kündigte die Landesregierung an, an einem attraktiven Gehaltsschema zu arbeiten. Nun liegt es vor und soll am 5. November – also kurz vor der Wahl - im Landtag beschlossen werden, wie Personallandesrat Werner Amon (ÖVP) der „Krone“ bestätigt. In Kraft treten soll die Neuregelung mit 1. Jänner 2025.
24 Prozent mehr Gehalt für Einsteiger
Für Feinspitze der heimischen Verwaltung: Künftig gilt das Gehaltsschema S1/N3. Das umfasst zwar weniger Gehaltsstufen als das derzeitige Modell, sieht aber insgesamt eine „erheblich höhere Entlohnung“ vor. Wie hoch das Plus ist, könne man nur individuell beantworten. Konkrete Angaben gibt es zum Einstiegsgehalt: Das liegt derzeit bei 6118,10 Euro und steigt nächstes Jahr auf zumindest 7585,90 Euro – ein Plus von 24 Prozent!
Festgehalten wird auch, dass die Amtsärzte neue Aufgaben erhalten sollen, zum Beispiel im Rahmen der Schulassistenz und beim Monitoring der Totenbeschau. „Wir wollen den Beruf des Amtsarztes attraktivieren, mit dem neuen Gehaltsschema setzen wir dazu einen wichtigen Schritt“, sagt Landesrat Amon.
Am Abend wird der Faule fleißig! Kurz vor der Wahl lenken ÖVP und SPÖ endlich ein.
FPÖ-Abgeordneter Stefan Hermann
FPÖ kritisiert langes Zuwarten
Die Freiheitlichen kommentieren die geplante Gesetzesänderung bereits – mit einem kräftigen Seitenhieb: „Kurz vor der Landtagswahl lenken ÖVP und SPÖ endlich ein und verbessern die finanziellen Rahmenbedingungen für Amtsärzte. Es ist traurig, dass solche notwendigen Schritte derart lange auf sich warten lassen“, so Landtagsabgeordneter Stefan Hermann.
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