Neun Monate nach dem tödlichen Feuerinferno in der Grazer Stern-Bar ist das schwer beschädigte Gebäude wieder saniert – der Betreiber will wieder aufsperren. Noch heuer könnte es zum Prozess kommen.
Ein Todesopfer und 27 teils Schwerstverletzte: Das ist die Bilanz der Feuerhölle der Silvesternacht im Grazer Kultlokal Stern. Auch wenn bei vielen Opfern die körperlichen Wunden schon verheilt sind – die seelischen verschwinden womöglich nie mehr. Auch beim Betreiber der Innenstadtbar, der in der Todesnacht gar nicht im Lokal war – und erst in der Früh von der Polizei geweckt wurde. „Mein Mandant ist schwer getroffen, schläft in keiner einzigen Nacht mehr“, berichtet der Seiersberger Jurist Manfred Schiffner, der den Grazer anwaltlich vertritt.
„Fluchtpläne entsprechend adaptiert“
Dennoch will der Gastronom sein völlig zerstörtes Lokal so bald wie möglich wiedereröffnen. „Ich habe bei der Gewerbebehörde bereits eine Eingabe verfasst, die Fluchtpläne wurde entsprechend adaptiert.“ Der Betreiber – der Schaden beträgt weit über eine halbe Million Euro – war feuerschutzversichert, Verhandlungen mit der Versicherung laufen.
Für Manfred Schiffner ist der Vorwurf vom Tisch, wegen abgelaufener Feuerlöscher hätte der Brand nicht ausreichend bekämpft werden können: „Laut einem Gutachten war das Feuer nach dem Ausbruch von innen nicht mehr zu löschen – nur noch von der Feuerwehr.“
Ermittlungen laufen
Indes gehen die Erhebungen der Staatsanwaltschaft ins Finale, wie Sprecher Hansjörg Bacher bestätigt: „Wir ermitteln gegen insgesamt fünf Personen: den Lokalbetreiber und vier Beamte des Magistrats Graz.“ Noch heuer könnte es zum Prozess kommen.
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