Lange Zeit stand das zweitälteste Theater der steirischen Landeshauptstadt leer. Nun wurde es von einem bemühten Team (und finanziert von der Stadt Graz) wiederbelebt – heute beginnt der Betrieb.
Es ist ein einzigartiges Theater, das Architekt Carl Aichinger dem Grazer Gesellenverein am Kaiser-Franz-Josef-Kai gebaut hat. Fertiggestellt im Jahr 1859, gebaut im Barockstil mit einer Empore und korinthischen Holzsäulen, die für Graz einmalig sind, ist das Haus nach dem Schauspielhaus das zweitälteste Theater der Stadt.
Der legendäre Schauspieler und Operettensänger Alexander Girardi hat hier einst sein Bühnendebüt gefeiert, weshalb es später auch nach ihm benannt wurde. Bis 1914 wurde das Girarditheater vom Gesellenverein bespielt, danach fast 100 Jahre als Tanzschule genutzt, ehe 2018 der letzte Vorhang fiel.
Wiederbelebung der alten Bühne
„Es wäre schade gewesen, dieses Schmuckstück nicht wieder als Theater zu nutzen“, sagen Peter Ulrich von axe: und Alexander Kropsch vom Theater Quadrat. Als Teil eines fünfköpfigen Teams haben sie sich in den vergangenen Jahren um die Wiederbelebung des Saales bemüht – erfolgreich.
Die Besitzerin hat ihnen den Saal und die angrenzende Theaterwohnung vermietet, die Stadt Graz finanziert die nötigen Renovierungsarbeiten (Barrierefreiheit, neue Technik, etc.) mit 250.000 Euro: „So können wir einen modernen Arbeitsort für die freie Kunstszene in der Steiermark schaffen, der auch leistbar ist“, sagen Kropsch und Ulrich.
Am 9. Oktober wird das „Theaterhaus“, so der neue Name der Bühne, offiziell eröffnet. Das freut auch den zuständigen Kulturstadtrat Günter Riegler, der sich für die Wiederbelebung stark gemacht hat: „Die Erhaltung und Wiedereröffnung des Theaters ist mir ein großes Anliegen – nicht nur wegen der Geschichte, sondern auch wegen der Architektur. Dass dieses Kleinod nun der Grazer Theaterszene als zusätzlicher Aufführungsort zur Verfügung steht, freut mich sehr.“
Alle Infos zum alten neuen Theater und den Spielplan finden Sie unter www.theaterhaus.at
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