Der 62-jährige Steirer Richard Niederbacher war sieben Jahre in Belgien als Profi tätig und verfolgt den Fußball in seiner zweiten Heimat noch immer mit Argusaugen. Der Ex-Torjäger über die Chancen von Doublesieger Sturm im ersten Heimspiel der Champions League in Klagenfurt und Gegner FC Brügge.
Brügge, der Vorzeigeklub schlechthin in Belgien, auch wenn RSC Anderlecht der Rekordmeister ist. „Brügge hat sicherlich den besten Anhang im Land“, sagt mit Richard Niederbacher einer, der es wissen muss. Der Steirer verdiente sieben Jahre seine Brötchen in Belgien, ist bei Waregem (204 Spiele, 93 Tore) noch heute eine Klublegende. „Ich habe an die Duelle gegen Brügge durchwegs gute Erinnerungen. Mit Waregem haben wird dort fast immer gewonnen und mit Rapid haben wir im Europacup nach einem 4:3 in Wien in Brügge ein 3:3 erreicht“, erinnert sich der einstige Top-Stürmer an 1986 zurück.
Die belgische Liga ist über die österreichische zu stellen. Und hierzulande neigt man immer noch dazu, solche Ligen zu unterschätzen.
Ex-Waregem-Torjäger Richard Niederbacher
Morgen Mittwoch wird der 62-Jährige in der Lindwurmstadt mitfiebern. „Ich erwarte ein offenes Match, beide Mannschaften trauen sich einen Sieg zu, rechnen sich diesmal was aus. Für mich gibt es auch keinen klaren Favoriten. Mit den Fans ist für meinen Ex-Klub Sturm sicher etwas möglich. Bitter ist halt, dass Sturm drei wichtige Spieler vorgeben muss. Aber die Grazer haben einen breiten Kader.“
Der Gegner im Sturm-Hotel
Sportlich läuft es für den belgischen Traditionsverein, der sich in einem irren Finish noch die Meisterkrone aufgesetzt hat, noch nicht rund. Nur Platz vier in der Liga, schon acht Punkte Rückstand auf Tabellenführer Genk mit Trainer Thorsten Fink. Mit Igor Thiago (um 33 Mio. zu Brentford) und Antonio Nusa (21 Mio. zu Leipzig) hat der ehemalige Klub von Trainer-Legende Ernst Happel und Teamspieler Edi Krieger im Sommer auch zwei Leistungsträger verloren.
„Aber die belgische Liga ist über die österreichische zu stellen. Und hierzulande neigt man immer noch dazu, solche Ligen zu unterschätzen. Sturm hat ja in der ersten Runde gegen Stade Brest gesehen, welche Top-Mannschaft das ist. Auch kleine Klubs aus einer solchen großen Liga sind uns voraus“, sagt der Ex-Goalgetter, dessen Kontakt nach Belgien nie abgerissen ist. „Wir fahren oft noch rauf, mit Hans Christiaens, der mit mir in Waregem und dann bei Brügge gespielt hat, telefoniere ich fast wöchentlich.“ Die Belgier landen heute Dienstag am Wörthersee und steigen im langjährigen Sturm-Hotel „Der Sandwirth“ ab.
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