Für Gartenbesitzer kommt nun die Zeit, in denen ihr kleines Paradies für den Winter vorbereitet wird. Wer es mit dieser Arbeit nicht so genau nimmt, tut den tierischen Bewohnern eigentlich Gutes! Denn Igel und Co brauchen Laub, Totholz und ein paar „unordentliche Ecken“ für den Winterschlaf.
Mancherorts ist schon das laute Geräusch eines Laubbläsers der erste Vorbote für die nahende kalte Jahreszeit. Dieses vermeintlich praktische „Helferlein“ zaubert zwar im Nu einen blitzblanken Rasen ohne verwelkte Blätter, für die Tierwelt hat das aber seine Schattenseiten.
Denn die für den Boden wichtigen Insekten werden ebenfalls eingesaugt, gehäckselt und getötet. Vor allem Tiere, welche ihr Winterquartier bereits aufgeschlagen haben, werden unsanft aus ihrer Ruhephase geholt – ein Todesurteil!
Naturnahe Gartenarbeit
Mit guter, alter Handarbeit mittels Rechen und Schaufel kann man die Rasenfläche schonend von Laub befreien. Einzelne Laubhaufen unter Sträuchern oder in den Ecken bieten den Gartenbewohnern einen sicheren Schlafplatz für die nächsten Monate.
Wer nicht nach optischen Kriterien arbeitet und verblühte Kräuter, Blumen und Beete einfach stehen lässt, gilt zu Unrecht als faul! „Viele Tiere überwintern an Stängeln oder unter den Blättern von abgeblühten Pflanzen, in einem Holzhaufen, unter dem Laub oder im warmen Kompost und warten dort auf den Frühling. Geben Sie ihnen die Chance!“ appelliert Bernadette Pokorny, Biologin von „Die Umweltberatung“.
Wintervögel
Auch Vögel haben es im Winter schwer. Sie finden in ausgeräumten Gärten häufig nicht genug Nahrung. Der beste Vogelschutz ist daher die Erhaltung natürlicher Lebensräume und Futterquellen.
Unter Sträucher gerechtes Laub bildet dort eine schützende Schicht, in der Marienkäfer, Spinnen und andere Insekten überwintern können. Für Wintervögel sind diese Insekten im Winter fette Beute!
Sie sehen also! Wer es in den nächsten Wochen und Monaten nicht zu streng mit dem perfekt aufgeräumten Garten nimmt, der unterstützt bereits jetzt die Artenvielfalt und das ökologische Gleichgewicht des nächsten Frühlings!
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