Haftstrafe möglich

Anzeige für Steirer nach Amokfahrt in Slowenien

Österreich
06.02.2013 15:23
Die slowenische Polizei hat nun gegen jenen 29-jährigen Weststeirer, der Anfang Jänner bei einer Amokfahrt in Slowenien vier Polizisten verletzt hatte, eine Strafanzeige eingereicht. Dem 29-jährigen Mann werden insgesamt fünf Straftaten - darunter Widerstand gegen die Staatsgewalt und Angriff auf einen Polizeibeamten - vorgeworfen, wie die Polizeibehörde in Kranj am Mittwoch mitteilte.

Zu den beiden Delikten kommen noch zwei schwere Körperverletzungen sowie Sachbeschädigung hinzu. Laut Polizei ist beim Crash des flüchtenden Autolenkers, dessen Fahrzeug bei einer Verfolgungsjagd mit voller Wucht gegen einen Streifenwagen prallte, ein Schaden von 45.000 Euro entstanden. 

Bei sämtlichen dem Steirer vorgeworfenen Delikten sieht das slowenische Recht Freiheitsstrafen vor. So ist zum Beispiel bei einer schweren Körperverletzung eine Haftstrafe von sechs Monaten bis fünf Jahren angedroht. Auf den Angriff auf einen Beamten im Dienst stehen sechs Monaten bis drei Jahre Haft.

Amokfahrt endete erst nach 30 Kilometern
Der 29-Jährige Autolenker hatte sich im Jänner einer Verkehrskontrolle in der Nähe von Kranj entzogen. Eine Polizeistreife wollte den BMW mit österreichischen Kennzeichen wegen "unsicherer und rücksichtsloser Fahrweise" stoppen. Der Mann flüchtete jedoch auf die Autobahn in Richtung Österreich. Während der Verfolgung, an der mehrere Streifenwagen beteiligt waren, rammte er einen Polizeiwagen. 

Nicht einmal eine Nagelsperre konnte den Raser aufhalten. Nach 30 Kilometern endete die Verfolgungsjagd mit einem schweren Unfall, bei dem zwei Polizisten schwer und zwei weitere leicht verletzt wurden - einer der Beamten wurde damals wegen einer Hirnblutung auf die Intensivstation gebracht. Drei Polizisten befinden sich nach wie vor im Krankenstand.

Beim Amokfahrer konnte weder eine Beeinträchtigung durch Alkohol noch durch Drogen nachgewiesen werden. Er leidet aber an einer psychischen Erkrankung und wurde nach einem kurzen Aufenthalt in einem slowenischen Spital in die Sigmund-Freud-Klinik in Graz überstellt.

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