Die im Erdreich versteckten Überreste eines alten russischen Übungsgeländes wurden in einem Acker im Marchfeld freigelegt. Die Kriegsrelikte mussten noch vor Ort entschärft werden.
Zu einem im wahrsten Sinne des Wortes hochexplosiven Auftrag rückten die Experten der Firma EOD Munitionsbergung ins Marchfeld aus. Denn sie mussten ein 130.000 Quadratmeter großes landwirtschaftlich genutztes Grundstück nach Kriegsrelikten absuchen.
Davon gibt es dort eine ganze Menge, schließlich wird das Areal nicht umsonst „Bombenfeld“ genannt.
Dementsprechend groß war auch die Ausbeute. Die rund 20 Mitarbeiter brachten binnen zwei Tagen nicht weniger als 23 scharfe Fliegerbomben an die Oberfläche. Die teils 100 Kilogramm schweren Blindgänger wurden allesamt vom Entminungsdienst des Bundesheeres entschärft. „So ein großer Fund kommt nicht oft vor“, zieht EOD-Geschäftsführer Stefan Plainer Bilanz.
Abwurftrainings waren in der Nachkriegszeit gang und gäbe. Die Amerikaner haben solche Testgelände in Oberösterreich gehabt.
Stefan Plainer, EOD Munitionsbergung
Doch warum werden dort so viele Kriegsrelikte gefunden? „Bei dieser Gegend handelt es sich um ein Bombenabwurf-Testgelände“, erklärt Plainer. Die Russen haben dort in der Nachkriegszeit trainiert. Sie installierten dabei auf Feldern in wenig besiedelten Gebieten Truppenübungsplätze, meist in der Nähe von einem Flugplatz.
„Diese nutzten sie auch, um ihre Piloten auszubilden“, so Plainer. Die durchsuchte Fläche soll dabei nur ein kleiner Teil des zu Trainingszwecken beschossenen Gebiets sein. Laut Plainer sind in Niederösterreich vier russische Abwurfgebiete bekannt.
Bereits in der Vergangenheit wurden in dieser Region des Marchfeldes immer wieder Blindgänger freigelegt. Gefährlich wird es, wenn die Bomben relativ nahe an der Oberfläche im Erdreich stecken, weil sie beim Pflügen ausgelöst werden könnten. „Der von uns sondierte Bereich ist nun sicher“, betont Plainer.
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