Während die sommerliche Hitzewelle noch andauert, beginnt für die Weißstörche bereits ab Mitte August die Zugzeit. Nach einer ersten Zwischenbilanz sind heuer in den heimischen Storchenhorsten erfreulich viele Jungvögel flügge geworden und machen sich nun bereit für ihre lange Reise in den Süden.
Sie sind besonders majestätisch anzusehen und ein sicherer Indikator, dass die kalte Jahreszeit vorüber ist. Der Naturschutz-Verein „BirdLife Österreich“ zählt mithilfe zahlreicher Partnerorganisationen, Gemeinden sowie vieler Ehrenamtlicher jährlich die österreichischen Weißstorchbrutpaare und ihre Jungvögel.
Nach den bisher vorliegenden Daten von 240 Horsten aus dem Burgenland und Niederösterreich (die Information über die restlichen etwa 300 Horste treffen im Lauf der zweiten Jahreshälfte ein) liegt der Bruterfolg bei knapp 2,6 ausgeflogenen Jungvögeln je besetztem Horst. „Das ist ein erfreulich hoher Wert!“, so Eva Karner-Ranner, Koordinatorin der Weißstorchzählung.
„Wir müssen natürlich erst die Ergebnisse der restlichen Bundesländer abwarten, die den durchschnittlichen Bruterfolg noch nach unten drücken können, aber zumindest für Ostösterreich sieht es heuer nach einem fast schon sensationellen Bruterfolg aus!“
Abzug der Störche
Zwischen Mitte August und Anfang September verlassen die Weißstörche ihr Brutgebiet und machen sich auf den langen Weg in die Überwinterungsgebiete. Die östlich ziehenden Störche, zu denen die meisten österreichischen Störche zählen, sind klassische Langstreckenzieher, die in Ost- und Südafrika überwintern. Unter den westlich ziehenden, zu denen die Vorarlberger Störche zählen, gibt es mittlerweile zahlreiche Vögel, die nur bis Südwesteuropa ziehen oder in Mitteleuropa bleiben. „Dementsprechend verzögert sich bei diesen der Abzug teilweise oder bleibt ganz aus“, so die Expertin, „So kann man mit Glück am Bodensee auch im Hochwinter Störche beobachten.“
Aktuelle Ansammlungen zur Rast
Während der Abzugszeit im August kommt es zu Ansammlungen von Störchen, wie aktuell zum Beispiel im oberösterreichischen Innviertel, im niederösterreichischen Alpenvorland oder im oberen Murtal in der Steiermark. Dabei handelt es sich entweder um heimische Störche, die sich auf günstigen Nahrungsflächen, etwa auf großen Mähwiesen, sammeln und vor dem Abzug stärken, oder auch um durchziehende Störche aus den Nachbarländern.
Endergebnisse 2023
In der vergangenen Brutsaison wurden mit 522 Horstpaaren neuerlich ein österreichischer Rekord aufgestellt. Die meisten Störche brüten im Burgenland (148 Paare). Der starke Bestandsanstieg in den letzten Jahren ist vor allem dem Vorarlberger Rheintal zu verdanken, aber auch im Burgenland und der Steiermark geht es mit den Brutbeständen der Weißstörche wieder bergauf.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.