„Bounty“ wurde im Tiroler Unterland einfach ausgesetzt. Durch eine glückliche Fügung erfuhr davon eine Tiroler Auswandererfamilie, die in Schweden ein Husky-Camp betreibt. Dann fügte sich eins zum anderen und jetzt wartet ein tierisches Happy End.
Der stattliche Rüde scheint zu ahnen, dass mit diesem Menschen eine bessere Zukunft beginnt: Als Martin Eigentler am Montag das Gehege im Tierheim Wörgl betritt und erstmals auf „Bounty“ trifft, ist es fast wie ein Wiedersehen alter Freunde. Verspielt springt der junge Husky an ihm hoch, zeigt sich von der besten Seite.
Andere Besitzer, dann irrte er allein umher
Der Hintergrund ist weniger erfreulich: Im Juni, also in einer Zeit mit Hitzepotenzial, wird „Bounty“ an der Ache bei Hopfgarten im Brixental gefunden – offenbar einfach ausgesetzt. Schon zuvor waren Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen, dass die Besitzerin mit dem kräftigen Vierbeiner schwer überfordert ist. Die eingeschaltete Amtstierärztin riet ihr dringend, einen anderen Platz zu suchen.
Die Halterin willigte zögernd ein, gab „Bounty“ an flüchtig Bekannte ab, die aber mit einer Übersiedlung viel am Hals hatten. Hier soll nicht nach Schuldigen gesucht werden, doch fest steht: Am Ende irrte der einjährige Hund mutterseelenallein umher, landete im Tierheim Wörgl.
Tochter in Tirol knüpfte Kontakt
In der Stadt wohnt auch Lisa, die ältere Tochter von Martin Eigentler. Ihr Vater betrieb einst ein Husky-Camp in Angerberg und erfüllte sich dann den Lebenstraum von der Auswanderung ins Schlittenhunde-Paradies Schweden. Lisa las auf Facebook vom Hundeschicksal, knüpfte Kontakt ins Tierheim und lernte den sanftmütigen, aber bärenstarken Riesen bei Spaziergängen kennen. Fast logisch, dass bald der Gedanke reifte: „Bounty“ soll seine Zukunft bei ihrem Vater im hohen Norden haben!
Je nach Charakter findet ein Hund binnen drei Monaten seine Rolle im Rudel.
Martin Eigentler
Integration in das Rudel klappte schon mehrfach
„Die Integration in mein Rudel mit 35 Tieren klappte schon öfters problemlos“, verweist Eigentler auf vierbeinige „Einwanderer“ aus Kanada, Alaska oder Norwegen. In seinem Husky-Camp in Sveg (Mittelschweden) beherbergt er im Sommer vor allem Kinder. Im Winter unternimmt er mit Erwachsenen teils mehrtägige Ausfahrten. „Je nach Charakter findet ein Hund binnen drei Monaten seine Rolle im Rudel“, so Eigentler.
Schon am Tag nach der Abholung geht es für „Bounty“ via Flughafen München in die neue Heimat. Dass er dort in die Obhut von Eigentlers zweiter Tochter Hanna kommen und „Koda“ heißen wird, zeigt: Es beginnt wirklich ein neues Leben.
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