Viel Kritik gab es an der Trinkwasser-Studie von Greenpeace: Mehr als die Hälfte der „von akuter Wasserknappheit bis zum Jahr 2050“ betroffenen Gemeinden liege demnach in Niederösterreich, die trockenste Region ist freilich der Großraum Marchfeld. Blitzschnell haben 13 Bürgermeister reagiert: Sie prüfen selbst nach und halten gleichzeitig nach Lösungen Ausschau.
Der Juli war von Hitzewellen und kräftigen Gewitterlagen geprägt, mit einer Abweichung von rund 2 Grad bilanziert er deutlich zu warm. Regional gibt es aber große Unterschiede.
Ein Grund, warum man im Verbund von 13 Gemeinden im südlichen Weinviertel, der nicht unumstrittenen Meldung selbst auf den Grund gehen will: Einerseits sei man von Wasserknappheit weit entfernt (siehe Abschnitt Marchfeldkanal unterhalb), trotzdem sind alle Kommunen in die Sparte „gefährdet“ gereiht.
Dazu kommen Meldungen von offiziellen Messstellen: Im östlichen Flach- und Hügelland des Weinviertels bilanziert der Juli mit einem Minus von 70 bis 90 Prozent sogar deutlich zu trocken. In Hohenau an der March regnete es im gesamten Monat nur 4 Liter pro Quadratmeter. Seit Messbeginn im Jahr 1948 gab es hier in einem Juli noch nie so wenig Niederschlag.
Conclusio: Auch wenn so manche Prognose übertrieben scheint – auf die leichte Schulter nimmt man die „Warnrufe“ nicht.
Eigene Studie läuft, im Frühjahr herrscht Klarheit
Eine Studie soll nun Klarheit in das Kooperationsprojekt namens „Klar!“ bringen. „Daher soll diese Studie einen fachlichen Überblick für die Gemeinden und ihre Verantwortungsträger geben. Ebenso einen Überblick über die zu erwartende Trinkwassersituation und ein einfaches, plakatives Lagebild erstellen“, erläutert KLAR! Manager Alexander Wimmer. Die Gesamtkosten werden in etwa 30.000 € betragen. LEADER unterstützt mit einer Höhe von 80%.
Es gibt derzeit keinen Grund zur Sorge und Maßnahmen werden vorbereitet und klimafit in die Zukunft zu gehen!
„KLAR!“-Regionssprecher Stefan Flotz
Nicht nur Datenkontrolle, auch Maßnahmen sind wichtig
Die Leitfragen: Wie sieht es aus mit unserem Wasser? Wie viel haben wir? Was tun wir damit? Was passiert nach der Nutzung unseres Wassers? Die beauftragte Firma RIOCOM ist hier bestens informiert – als ein Büro mit Expertise in den Bereichen Renaturierungen, Risikomanagement, Hochwasserschutz, Katastrophenvorsorge und Simulation.
Lebens(wasser)ader Marchfeldkanal
Durch den Marchfeldkanal kann die Region auch in besonders langen Trocken- und Hitzeperioden ausreichend mit Wasser versorgt werden. Dazu LH-Stv. Stephan Pernkopf: „Der Marchfeldkanal hat einen Mehrfachnutzen, von dem die gesamte Region profitiert. Die heimische Lebensmittelproduktion wird durch Bewässerungswasser sichergestellt, ein gut ausgebautes Radwegenetz bietet attraktive Naherholungsmöglichkeiten und die naturnahe Gestaltung trägt maßgeblich zu Artenvielfalt bei.“
Um sich den Herausforderungen des Klimawandels und der Anpassung aktiv zu stellen, nehmen die 13 Gemeinden Auersthal, Bad Pirawarth, Ebenthal, Gaweinstal, Groß-Schweinbarth, Hohenruppersdorf, Matzen-Raggendorf, Prottes, Schönkirchen-Reyersdorf, Spannberg, Sulz im Weinviertel, Velm-Götzendorf und Zistersdorf – am KLAR!-Programm teil.
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