In Salzburg gibt es keine Wohnungsnot. Das durfte vor einiger Zeit im ORF-Radio unwidersprochen ein sonst seriöser Landespolitiker allen Ernstes behaupten.
Als Beweis für diese wenig einfühlsame Aussage nannte der Politiker seine wohl sehr persönliche Wahrnehmung, dass er in Salzburg keine Obdachlosen sehen würde. Als wäre die Zahl der unter Brücken schlafenden Menschen ein Hinweis auf steigende Preise beim Eigentum und noch mehr bei den Mieten.
Nun ist die Schaffung von Wohnraum in Salzburg tatsächlich keine einfache Aufgabe. Die Stadt ist klein, das Land attraktiv, Möglichkeiten für Baugründe sind begrenzt. Das Problem zu ignorieren, wie das die Politik lange getan hat, ist keine Lösung. Im Gegenteil. Die Folgen der Untätigkeit könnte uns allen noch hart auf den Kopf fallen.
Die Wirtschaft leidet schon die längste Zeit unter dem Mangel an Wohnraum. Das betrifft junge Familien ebenso wie ältere Menschen, die nicht auf die Butterseite des Lebens gefallen sind. Auch für qualifizierte Fachkräfte aus den benachbarten Bundesländern ist es oft einfach zu teuer hier zu leben. Da können die Salzburger Unternehmen noch so gute Gehälter bezahlen.
Das Problem birgt enormen sozialen Sprengstoff. Nun geht wenigstens Bernhard Auinger, der noch neue Bürgermeister der Stadt Salzburg, bei der Bewältigung dieser Frage voran. Rasch wird das freilich nicht gehen. Ein Jahrzehnt der Versäumnisse kann nicht in wenigen Monaten aufgeholt werden.
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