Zwei Alpinisten wurden am Donnerstag die wegen des Altschnees immer noch heiklen Verhältnisse in den Tiroler Bergen zum tödlichen Verhängnis. Die Tiroler Bergrettung sorgt sich ob der Bedingungen vor dem Wochenende.
In den Zillertaler Alpen stürzte ein Einheimischer (68) beim Abstieg vom Großen Möseler in den Tod. Der Mann war auf einer schneebedeckten Felsplatte ausgerutscht. Ebenfalls am Vormittag wurde einem Deutschen (65) ein Schneefeld auf einem Wanderweg unter dem Ramolhaus im Ötztal zum tödlichen Verhängnis.
Die Situation in der Höhe ist derzeit heimtückisch. Im Juni gab es – wegen des schlechten Wetters – dennoch weniger Einsätze der Bergrettung als in den Vorjahren. Bis 27. Juni waren es 221 Einsätze, im Vorjahr zählten wir 289 Einsätze.
Gregor Franke, Geschäftsstelle Bergrettung Tirol
Nach wie vor viel Schnee in großen Höhen
„In großen Höhen liegt – vor allem nordseitig – selbst jetzt Ende Juni noch mehr Schnee als in anderen Jahren“, weiß Gregor Franke von der Bergrettung Tirol. „Die Schneefelder sind gerade am Morgen noch recht hart, ohne Grödel oder Steigeisen und alpiner Erfahrung muss man sie meiden“, betont der erfahrene Bergretter. Auch wer Zweifel habe oder ein unsicheres Gefühl verspüre, sollte unbedingt umkehren. Franke sagt dies auch vorausschauend auf das Wochenende.
Tourenplanung überlebenswichtig
Er selbst hat kürzlich an einem für diese Wochen typischen Rettungseinsatz durch den Polizeihubschrauber Libelle Tirol nahe Sillian mitgewirkt. Franke: „Zwei unerfahrene Wanderinnen am Karnischen Höhenweg hatten im Aufstieg zum Gipfel der Demut ein sehr steiles Schneefeld überquert. Am Gipfel trauten sie sich wegen der Altschneereste dann aber nicht mehr weiter und schlugen Alarm.“ Die Libelle flog die beiden ins Tal. „Ohne fundierte Tourenplanung darf man einfach nicht in die Berge“, warnt Franke.
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