Die schwierige Personalsuche war Hauptgrund für ihn, den Rauchfangkehrerbetrieb im Pinzgau aufzugeben: Jetzt steht Florian Buzanich, der auch als Retter schon viel am Wasser ist, am Zeller See am Steuer.
Er begrüßt die Gäste, die an der Promenade zusteigen. 90 Personen finden Platz. Dann nimmt die MS Großglockner als eine Art Shuttle-Service Kurs auf den „offenen See“ Richtung Thumersbach.
Florian Buzanich ist auch Wasserretter am Zeller See, Taucher, Segler und seit Anfang Mai einer von fünf Kapitänen bei der Schifffahrt. Er riss mit 46 Jahren sein „Lebens-Steuer“ noch einmal um 360 Grad herum.
Fachkräftemangel war Grund für Betriebs-Aus
16 Jahre stieg er als Kaminkehrer auf die Dächer und gab seinen Handwerksbetrieb jetzt auf. Hauptgrund: Der zunehmende Fachkräftemangel. „Ein Mitarbeiter ist in Pension gegangen. Dann bin ich mit einem zweiten im Team übrig geblieben“, erzählt er über die schwierige Personalsuche, die immer mehr Betriebe herausfordert. Die Schnelllebigkeit der Zeit und der zunehmende Stress setzten ihm auch gesundheitlich zu. Er legte die schwarze Montur schließlich weg.
„Für mich ist Wasser einfach beruhigend“, sagt Buzanich über seinen liebsten Arbeitsplatz. Auch wenn genauso Gefahren lauern. Als Wasserretter weiß er das nur zu gut. Unvergessen: Eine Tretboot-Bergung. „Die Frau ist ins Wasser gestürzt und wurde durch den Wind weit von ihrem Mann abgetrieben.“ Sein Team kam dem Paar zu Hilfe.
Als Kapitän gilt es, immer voll bei der Sache zu sein. „Bei den Schwimmern ist es sehr zum Aufpassen“, sagt er über die Herausforderungen am See. Manöver bei regem Sommerbetrieb, wenn es vor Schwimmern, Tretboot- und Motorbootfahrern nur so wimmeln kann, stehen ihm noch bevor. „Erfahrung ist alles“, lacht der neue Kapitän, der nach dem Schiffsführerpatent für bis zu 20 Meter Länge weitere Praxisstunden sammelt und ein „Upgrade“ für noch größere „Dampfer“ plant.
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