Die Pfarrgemeinde in Thal feiert zu Fronleichnam Weihe-Jubiläum ihres einzigartigen Gotteshauses, das Ernst Fuchs gestaltet hat. Arnold Schwarzenegger wurde hier getauft.
Prozessionen, Blumen, Blasmusik: Mit bunten Bräuchen zelebrieren Katholiken heute Fronleichnam. Auch die Pfarre Thal begeht das Hochfest zu Ehren des Leibes und des Blutes Christi mit einer heiligen Messe in ihrer einzigartigen Jakobskirche.
Die Steirische Eiche wurde hier getauft
Und die Gläubigen in der idyllischen Gemeinde nahe Graz haben sogar doppelten Grund zu feiern: Denn das Gotteshaus, in dem der größte Sohn des 2500-Einwohner-Marktes, Arnold Schwarzenegger, 1947 getauft wurde, feiert auch 30-Jahre-Jubiläum! Freilich ist der Ursprungsbau viel älter: Anno 1739 wurde die Kirche, wie sie in ihrem wesentlichen Bestand noch heute zu sehen ist, errichtet.
Jedoch platzte diese aufgrund des starken Bevölkerungswachstums in den 1980er-Jahren schnell aus den Nähten – eine bauliche Erweiterung musste her. Der damalige steirische Bischof Johann Weber gab seinen Sanktus zum Projekt, Diözesanarchitekt Manfred Fuchsbichler stellte einen Kontakt zu Ernst Fuchs, dem einflussreichsten Vertreter der Wiener Schule des Phantastischen Realismus, her. Er sollte die alte Kirche neu gestalten. Der weltberühmte Wiener Bildhauer, Grafiker und Maler war bestens vertraut mit den biblischen Schriften sowie der jüdischen und christlichen Symbolik – und sagte zu.
Ein von christlicher Symbolik durchdrungenes Gesamtkunstwerk
Die faszinierende Ernst-Fuchs-Kirche, wie sie die meisten Thaler, aber auch Pilger und Hochzeitspaare nennen, sollte zu einem seiner Meisterstücke werden, einem von christlicher Symbolik durchdrungenen Gesamtkunstwerk mit fantastischer Farben- wie Formenvielfalt und bunten Lichteffekten. „Man muss schon von Weitem erkennen: Dies ist ein heiliger Ort. Wo auch immer die Augen hinblicken, es muss etwas zu sehen geben“, meinte Fuchs.
Und es gibt viel zu sehen. „Über dem Altar geht eine Sonne auf in Form eines Kreuzes, ein Gleichnis der göttlichen Herrlichkeit“, so deutete Fuchs das hängende Kreuz aus Swarovski-Kristallglas und Murano-Glas. „Man wird an das Loblied des Propheten Jesaja erinnert: ,Der Herr ist dein ewiges Licht, dein Gott, dein strahlender Glanz‘“, sagte Fuchs. Auch nach drei Jahrzehnten entdecken die Kirchgänger noch verborgene Symbole – ein Vermächtnis des großen Künstlers.
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