Fr, 22. Juni 2018

Schiffe verlegt

16.10.2012 15:05

Türkische Marine rüstet sich für Syrien-Konflikt

Die türkische Marine bereitet sich auf einen möglichen Konflikt mit dem Nachbarland Syrien vor. Generalstabschef Necdet Özel besuchte am Dienstag die Basis Gölcük am Marmara-Meer, einen der wichtigsten Marine-Stützpunkte des Landes, wie die Regierung in Ankara mitteilte. Zudem berichteten türkische Medien übereinstimmend, dass mehrere Schiffe aus Gölcük ins östliche Mittelmeer verlegt worden seien.

Nach dem Parlamentsbeschluss für eine mögliche Syrien-Intervention am 4. Oktober hatte General Özel in der vergangenen Woche bereits die an der syrischen Landgrenze verstärkten türkischen Truppen inspiziert. Dabei drohte er dem Nachbarn mit Vergeltungsschlägen, falls der Beschuss durch syrische Granaten anhalten sollte. Am 3. Oktober waren eine türkische Frau und ihre vier Kinder von einem syrischen Artilleriegeschoss getötet worden. Auch in den Tagen danach gingen mehrmals syrische Geschosse auf türkischem Territorium nieder.

Türkische Armee feuert über die Grenze zurück
Premier Recep Tayyip Erdogan hat das Morden in Syrien lange mit Worten scharf kritisiert. Auf die Angriffe syrischer Truppen über die Grenze hinweg reagierte er mit geballter Faust in der Tasche. Seit zwei Wochen aber lässt er die türkische Armee bei Granateinschlägen auf türkischem Gebiet über die Grenze nach Syrien zurückfeuern. Beide Staaten sperrten einander den Luftraum, zudem macht Ankara nun Ernst mit der Kontrolle überfliegender Maschinen, um Waffentransporte nach Syrien auch in zivilen Passagiermaschinen zu verhindern.

Die türkische Regierung hat mehrfach betont, dass sie sich nicht in einem Krieg mit Syrien verwickeln lassen will. Zudem hat Erdogan die Diplomatie noch nicht aufgegeben. Dass die NATO-Verbündeten der Türkei zugesagt haben, ihr notfalls gegen Syrien beizustehen, hat die Lage zunächst eher entspannt. Brenzlig ist sie trotzdem, denn inzwischen hat Ankara weiteres Kriegsgerät in den äußersten Süden des Landes verlegt. An der Grenze zu Syrien stehen schon über 250 türkische Panzer.

UNO: "Konflikt kann nicht militärisch gewonnen werden"
Nach Einschätzung der Vereinten Nationen wurden in Syrien seit Beginn des Aufstandes gegen Präsident Bashar al-Assad vor gut eineinhalb Jahren mindestens 30.000 Menschen getötet. "Wir haben nicht die Möglichkeit, genaue Zahlen festzustellen oder zu überprüfen. Aber wir müssen mittlerweile von 30.000 Toten ausgehen", sagte der UNO-Untergeneralsekretär für Politische Fragen, Jeffrey Feltman, am Montag im Weltsicherheitsrat.

"Die Gewalt des Konflikts hat erneut eine neue Dimension erreicht. Folter und Erschießungen sind alltäglich", so Feltman weiter. "Dieser Konflikt kann nicht militärisch gewonnen werden. Und wenn, dann wären die Kosten unfassbar hoch und würden zulasten der Zivilisten gehen." Die Warnung, dass der Konflikt auf die ganze Region übergreife, sei längst von der Realität überholt. Die Spannungen mit der Türkei, an den Golan-Höhen und der Grenze zum Libanon müssten für den Sicherheitsrat Anlass zu größter Sorge sein.

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