Ein Jahr nach dem Brand beim Gasthaus Weißes Rössl in Gries am Brenner ist das Dach immer noch offen. Der Verein Initiative Denkmalschutz ortet ein Versagen der Behörden und fordert endlich Taten.
Unmut herrscht bei der Initiative Denkmalschutz. Der Grund: Vergangenen Samstag jährte sich der Brand bei dem denkmalgeschützten Gasthaus Weißes Rössl in Gries. Die „Tiroler Krone“ berichtete mehrfach darüber.
„Noch immer steht das Dach offen, somit konnten ganze zwölf Monate lang ungehindert Regen, Schnee und Frost dieses Kulturerbe schädigen“, kritisieren Markus Landerer und Alexander Schmiderer.
Auch die BH Innsbruck kommt kaum in die Gänge, um ein akut gefährdetes Kulturdenkmal zu retten. Eine Bankrott-Erklärung!
Markus Landerer und Alexander Schmiderer
Kritik an den Behörden
Sie verweisen auf Paragraf 31 des Denkmalschutzgesetzes, laut dem „die Bezirksverwaltungsbehörde bereits bei ,Gefahr im Verzug‘ – also wohl schon unmittelbar nach dem Brand – von sich aus handeln hätte müssen“.
Stattdessen habe man auf das Bundesdenkmalamt gewartet, das erst am 4. Oktober einen Antrag auf Sicherungsmaßnahmen an die BH Innsbruck gestellt habe. „Und auch diese kommt kaum in die Gänge, um ein akut gefährdetes Kulturdenkmal zu retten. Eine Bankrott-Erklärung!“
Verein spricht von „Wettlauf gegen die Zeit“
Sie sprechen von einem „Wettlauf gegen die Zeit“. Denn einerseits könnte „nach vielversprechenden Medienberichten eine Schutzabdeckung kurz bevor stehen“, andererseits „ist weiterhin mit dem Schlimmsten zu rechnen, da der Eigentümer am 6. November einen Antrag auf Aufhebung des Denkmalschutzes gestellt hat“.
Solch eine Aufhebung könnte „eine negative Vorbildwirkung für weitere gefährdete Kulturdenkmäler haben“, mahnen die beiden und fordern umso mehr die Rettung des Rössls.
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