Pflegeeltern gesucht

Muttertag für die Mami auf Zeit und in der Krise

Steiermark
12.05.2024 08:00

Diese zwei Grazerinnen, Mama und Tochter, erhalten zum Ehrentag dutzendfach innigste Wünsche: Aline und Sigrid Wallner sind seit Jahrzehnten mit Leib, Seele und Herzblut liebevolle Pflegemütter.

In diesem Haus merkt man sofort: Hier wohnt Liebe. Ganz viel Liebe. Die schön ausgestatteten Zimmer – je eines für Buben, für Mädchen, für Babys – erzählen davon, die Fotos an der Wand, die vielen kuscheligen Polster auf der Couch. Der Kuchen auf dem Tisch. „Den hat die Mama gebacken“, lacht eines der Pflegekinder, ein herziges Mäderl, mit roten Wangerln und einem flotten Zopf. „Ich hab nichts geholfen! Gar nix! Aber ich esse am meisten.“

Vor vielen Jahren fing für Mutter und Tochter alles an (Bild: Christian Jauschowetz, Krone KREATIV)
Vor vielen Jahren fing für Mutter und Tochter alles an

Aline und Sigrid Wallner schmunzeln. Mutter und Tochter. Zwei ganz tolle Frauen. Die in ihrer Arbeit als Pflegemutter vollkommen aufgehen, auch ganz kurzfristig in akuten Krisensituationen sofort einspringen. Vor 40 Jahren schon hat das bei Sigrid angefangen: „Ich hatte zwei Töchter, war dankbar für gesunde, eigene Kinder. Ich wollte aber noch anderen helfen! Das hatte ich wohl irgendwie vom Papa, der als Arzt in Afrika für Kinder da war.“

Mama und Tochter schauen für uns ins Fotoalbum (Bild: Jauschowetz Christian/Christian Jauschowetz)
Mama und Tochter schauen für uns ins Fotoalbum

Gestartet hat es mit einem dreijährigen Buben, dessen leibliche Bezugsperson krank geworden war – das Loslassen später, das „fiel schwer“, schildern beide Grazerinnen ihre Beginne. Aber schließlich konnten sie verinnerlichen: „Jedem Kind können wir hier so eine schöne Zeit wie nur irgendwie möglich machen. Wenn es wieder auszieht, kann aber dem nächsten geholfen werden!“

Und Hilfe tut vielfach Not, vor allem schnelle. Kinder kommen oft traumatisiert, aus schlechten Verhältnissen, tragischen Umständen. Wie das Baby, mit dem die Mama sich ertränken wollte; beide konnten gerade noch aus dem Fluss gerettet werden.

Der Jugendliche kam als Baby – und darf für immer bleiben. (Bild: Jauschowetz Christian/Christian Jauschowetz, Krone KREATIV)
Der Jugendliche kam als Baby – und darf für immer bleiben.

Oder jenes, das mit 1,8 Kilo auf die Welt kam, behindert war. Hier wurde der Begriff „Pflegemama auf Zeit“ zu einer langen: Seit 17 Jahren ist der mittlerweile Jugendliche schon bei den Damen Wallner, die im selben Haus leben. Und er bleibt.

Es sei oft nicht einfach mit Kindern, will das attraktive Duo gar nichts beschönigen. Und: „Natürlich entwickelt man für sie Zuneigung“, sagen beide unisono. „Und behandelt sie wie die eigenen.“ Diese übrigens, so wie der 13-jährige Sohn Alines, nehmen die wechselnden jungen Mitbewohner gelassen: „Er ist so aufgewachsen, damit hat er auch früh Empathie gelernt, wurde schneller selbstständig.“

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Bei einigen Kindern wussten wir, dass sie nur eine sehr kurze Lebenserwartung haben würden, das ist emotional schon eine große Herausforderung.

Aline Wallner

Spezialisiert sind Aline und Sigrid Wallner vor allem auf Babys und beeinträchtigte Kinder; „Bei einigen wussten wir, dass sie nur eine sehr kurze Lebenserwartung haben würden, das ist emotional schon eine große Herausforderung.“ Manche sind in den Armen der Frauen gestorben. Sie haben zumindest in der Zeit gespürt, was sie vorher so vielleicht nicht hatten. Zuwendung. Liebe.

Alle Schützlinge der Familie Wallner bekommen bei ihrem Auszug ein Fotoalbum oder eine Fotokuscheldecke mit auf ihre weitere Lebensreise. Zur Erinnerung. An die Mama auf Zeit. Und in der Krise.

Pflegeeltern dringend gesucht
„Pflegeeltern sind eine ganz wichtige Säule in unserer Arbeit. Sie sind ein sicherer Hafen in stürmischen Zeiten für Kinder, die nicht bei ihren Eltern aufwachsen können“, betont der auch für diesen Bereich zuständige Grazer Stadtrat Kurt Hohensinner (ÖVP) die Wichtigkeit.

Stadtrat Kurt Hohensinner (ÖVP) (Bild: Foto Fischer/Graz )
Stadtrat Kurt Hohensinner (ÖVP)

Wie, dass auch derzeit Pflegeeltern gesucht werden. „Wer Interesse hat, kann sich beim Pflegekinderdienst des Amts für Jugend und Familie melden.“

Infos: www.graz.at/pflegeeltern

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