Verein im Waldviertel bietet Camps für behinderte Kinder, die dort ihr Selbstbewusstsein aufbauen können. Doch für Juli und August werden heuer noch dringend Betreuer gesucht.
Lange Zeit klaffte eine große Lücke im Betreuungsangebot von schwerst- und mehrfachbehinderten Kindern und Jugendlichen in Österreich. Bis sich die Waldviertlerin Birgit Stoifl vor knapp zehn Jahren – damals schon länger als selbstständige Entlastungstherapeutin tätig – mit einer kleinen Gruppe Freiwilliger dazu entschloss, den Verein „Ferien ohne Handicap“ zu gründen. „Für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen gab es damals in Ferienzeiten kein Angebot. Wir bieten eine 24-Stunden-Betreuung über die gesamte Zeit unserer Camps“, erklärt die Obfrau das einzigartige Angebot.
20 Betreuer fahren mit 14 Kindern und Jugendlichen in das Feriencamp. Alle machen damit besondere und neue Erfahrungen.

Vereinsobfrau Birgit Stoifl
Bild: Verein Ferien ohne Handicap
Auch Eltern können Energie tanken
Denn es sind nicht nur die Schwerstbehinderten, die dank der Bemühungen des Vereins oft erstmals ohne ihre Eltern auf Urlaub fahren und damit eine gute Portion neue Erfahrungen und frisches Selbstbewusstsein sammeln. Auch die Eltern, die für ihre Zöglinge oft jahre- und jahrzehntelang immer da waren, können in dieser Ferienwoche einmal richtig abschalten und auch selbst wieder Energie tanken. Anmeldungen kommen sogar von Eltern aus Deutschland und Holland, der Verein versucht aber zuerst, die Angebotslücke in Österreich zu schließen.
Helfer sammeln ganz neue Erfahrungen
Erstmals kämpfen die Freiwilligen jetzt aber auch selbst mit einem Handicap: „Für unsere Camps von 6. bis 14. Juli sowie von 27. Juli bis 4. August in Raabs an der Thaya fehlen uns noch acht Betreuer“, wendet sich Stoifl mit einem Hilferuf an die große „Krone“-Familie. Denn es brauche 20 Betreuer, die mit den 14 schwerst- und mehrfach behinderten Kindern und Jugendlichen mitreisen. „Die Freiwilligen, die auch eine finanzielle Anerkennung bekommen, werden von uns bestens vorbereitet. Gut wäre, wenn sie schon über Erfahrung in diesem Bereich verfügen würden, aber auch das muss nicht sein“, betont die Obfrau, dass keinerlei Ausbildung verpflichtend sei. Vielmehr seien die Camps auch eine spezielle Art der persönlichen Weiterbildung: „Was man in dieser Woche und von uns im Vorfeld lernen kann, ist gewaltig“, sagt Stoifl selbstbewusst über diese ganz besonderen und herzlichen Erfahrungen, die Heller kaum woanders in dieser Form machen können. Betreuer sollen sich bitte rasch über die Vereinshomepage informieren und bewerben.
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