Neue steirische Studie

Kaum Gemüse, viel Fleisch: Schulessen mangelhaft

Steiermark
18.04.2024 17:00

Das schmeckt nicht jedem: Erstmals wurde in der Steiermark eine Studie zur Verpflegung an Schulen erstellt. Speziell beim Gemüse- und Bioanteil gibt´s demnach noch viel Luft nach oben. An manchen Bildungseinrichtungen gibt es gar von Montag bis Freitag nur Fleisch, Fleisch und noch einmal Fleisch.

Am Montag Berner Würstel, am Dienstag Faschierter Braten, am Mittwoch Wiener Schnitzel, am Donnerstag Bratwurst, am Freitag Pasta Asciutta: Die jetzt veröffentlichte Studie zur Schulverpflegung in der Steiermark ist nichts für schwache Vegetarier-Nerven.

Demnach finden sich tatsächlich gar nicht wenige Schulen, wo es tagtäglich nur Fleischgerichte gibt: „Teilweise stießen wir auf sehr traditionelle Speisepläne oder etwa Kombinationen aus Leberknödelsuppe mit Schweinebraten“, sagt Projektleiterin Lisa Bauer vom Gesundheitsfonds Steiermark.

Projektleiterin Lisa Bauer vom Gesundheitsfonds Steiermark. (Bild: Foto Fischer)
Projektleiterin Lisa Bauer vom Gesundheitsfonds Steiermark.

Frischgemüse als Rarität
Von den 351 in Frage kommenden Schulen in der Steiermark haben sich 217 an der Erhebung beteiligt. Die Auswertungen fielen teilweise ernüchternd aus: „Die Mindeststandards in der Gemeinschaftsverpflegung legen unter anderem fest, dass zwei bis drei Mal pro Woche ein vegetarisches Gericht angeboten werden sollte. Dies ist nur bei etwas mehr als der Hälfte der untersuchten Schulen der Fall“, sagt Bauer. Ein Stadt-Land-Gefälle habe man dabei übrigens nicht bemerkt.

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Was den Verpflegungsanbieter angeht, haben die Schulen oft selbst wenig Mitsprachemöglichkeit. Die Entscheidungen treffen meist die Gemeinden als Schulerhalter.

Lisa Bauer

Noch schlechter fiel die Bilanz beim Frischgemüse-Anteil aus: Fünf Mal pro Woche wäre hier eigentlich der empfohlene Richtwert, tatsächlich wird dieser nur von acht Prozent der betrachteten Bildungsstätten erfüllt.

„Bio“ kommt ebenso kaum auf den Teller: „Biologisch produzierte Produkte werden in vier von 24 Schulen auf den Speiseplänen ausgelobt. „Hier besteht großes Potenzial“, betont Bauer.

Dass es auch anders geht, zeigt etwa die Volksschule Graz-Liebenau. (Bild: Christian Jauschowetz)
Dass es auch anders geht, zeigt etwa die Volksschule Graz-Liebenau.

Kinder planen ihr Menü
Dass es auch anders geht, zeigt etwa ein Blick in den Speisesaal der Volksschule Graz-Liebenau mit ihren 210 Kindern. Hier liegt der Bio-Anteil bei 90 Prozent, täglich werden frische Salate kredenzt: „Uns ist die Abwechslung wichtig, und natürlich, dass es den Schülern schmeckt. Die Kinder werden bei der Speisenauswahl miteingebunden, das geschieht klassenweise im Rotationsprinzip, allein das gefällt den jungen Essern schon“, erzählt Direktor Robert Hartinger.

Ebenso wichtig ist dem Leiter auch das Drumherum: „Wir haben nett gedeckte Tische, Servietten sind selbstverständlich, auf Vegetarier nehmen wir natürlich Rücksicht, ebenso auf Kinder mit Unverträglichkeiten“. Dennoch bleibt manchmal etwas am Teller zurück: „Trotz aller Bemühungen ist es natürlich unmöglich, täglich den Geschmack aller Kinder zu treffen“.

Schuldirektor Robert Hartinger. (Bild: Christian Jauschowetz)
Schuldirektor Robert Hartinger.

Auf die Erfolgsspur ist die Grazer Schule übrigens mit Unterstützung von Ernährungsexperten gekommen. Genau hier möchten nun auch das Land Steiermark und der Gesundheitsfonds ansetzen: Eine neue Förderaktion soll Bildungseinrichtungen ab sofort verstärkt dabei helfen, ihre Speisepläne zu optimieren. Einstiegsworkshops werden geboten, ebenso ist die Finanzierung von Sachkosten wie etwa ein Gemüsehochbeet möglich.

Hier finden Sie die Studie und die konkreten Angebote für Schulen.

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