Seine Farben waren Rot, Blau und Gelb – und mit ihnen schuf er ganze Universen. Roland Goeschl (1932 bis 2016) zählt zu den bedeutendsten Künstlern der Nachkriegs-Avantgarde. Ihm ist die aktuelle Ausstellung im Grazer MUWA – Museum der Wahrnehmung gewidmet.
Manche Grazer werden sich noch an die markante rot-blau-gelbe Fassade am Grazer Färberplatz erinnern. Dass auch das Humanic-Logo aus diesen Farben besteht, ist kein Zufall: Der Urheber war in beiden Fällen der Bildhauer und Maler Roland Goeschl.
Legendäre Humanic-Werbung
Der Stadt Graz war der gebürtige Salzburger Goeschl in den 1960er- und 1970er-Jahren eng verbunden. Gemeinsam mit Horst Gerhard Haberl, Richard Kriesche, Wolfgang Bauer, H. C. Artmann, Otto M. Zykan und anderen zeichnete er für die innovative Humanic-Werbung verantwortlich, drehte Werbespots und steuerte die Farben des Unternehmens bei. Auch im steirischen herbst oder bei Kunst im öffentlichen Raum trat Goeschl immer wieder in Aktion.
Unterschätzter Avantgardist
Das Grazer MUWA widmet dem oft unterschätzten und einer breiteren Öffentlichkeit wenig bekannten Avantgardisten seine aktuelle Ausstellung unter dem Titel „Farbe muss Material werden“. Damit beschreibt es auch schon die künstlerische Herangehensweise Goeschls. In den gezeigten Tafelbildern, Zeichnungen und Skulpturen liefern einander Farbe, Fläche und Raum einen spannenden Wettkampf um die Vorherrschaft – mit dem Ergebnis, dass klar definierte Farbflächen dynamische Räume erzeugen.
Führung immer mittwochs
Von seinem strengen Farbkonzept weicht Goeschl übrigens in keinem der präsentierten Werke ab, umso überraschender ist deren unterschiedliche Wirkung. Wie immer setzt Eva Fürstner in dieser Ausstellung auf das MUWA-Motto „Weniger ist mehr“, der Lebendigkeit von Goeschls Arbeiten tut das aber keinen Abbruch. Zu sehen ist die Schau bis 23. August, jeden Mittwoch um 16 Uhr steht eine Führung auf dem Programm.
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